Vogtland-Anzeiger-Glosse in Deutschland spitze

Der "Segen 09", ein bundesweiter Wettbewerb unter Satirikern und Glossenschreibern, war auch ein Segen für unsere Zeitung: Redakteur Roland Rischawy, der seit 19 Jahren das Humoristen-Quartett der "Fußnote"-Schreiber von Vogtland-Anzeiger und Frankenpost anführt, ist bei dem Wettstreit des "Glossendienstes" unter 115 Bewerbern renommierter Medien in die Endausscheidung gelangt.

 

Sein Beitrag "Inder, Macken und Schwaben" landete hinter der Sieger-Glosse von Zeit-Redakteur Tillmann Prüfer unter den besten fünf Beiträgen, neben Glossen von Peter Jungblut (BR Bayern 2), David Hugendick (zeit.de) und André Mielke (Welt am Sonntag). Die Jury führte Martin Sonneborn an, der Mitherausgeber des Satire-Magazins Titanic und Leiter des Satire-Ressorts bei Spiegel Online. Die erfolgreiche Rischawy-Glosse "Inder, Macken und Schwaben" hat folgenden Wortlaut: Inder, Macken und Schwaben In unserer losen Serie "Männer, Macken und Moneten" nehmen wir heute den Inder durch. Der Inder ist in der Regel dünner als unsereins, teilt sich mit Kühen Gehsteig und Straße und neigt von seiner Grundeinstellung her eher zur Wiedergeburt als der gemeine Abendländer.

Fachleute schließen daher nicht aus, dass Leute wie Guido Westerwelle und Oskar Lafontaine in ihrem früheren Leben Inder bzw. südostasiatische Kühe gewesen sein könnten. Doch das nur nebenbei. Obwohl der Inder in puncto Intelligenz und Computerwissen alle Rekorde schlägt, kommt es in den Reihen des 1,1-Milliarden-Volkes immer wieder zu Entgleisungen, die zum Himmel schreien. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an den Fall des 63-jährigen Inders, der in dieser Woche aufgeflogen ist: Der Mann hat sich seit Jahrzehnten nicht mehr gewaschen, weil er nach sieben Töchtern endlich einen Sohn bekommen möchte. Baden und Zähneputzen ersetzt Kailash Singh seit 35 Jahren durch ein "Feuerbad", wie die "Hindustan Times" meldet. Dabei steht er jeden Abend auf einem Bein neben einem Lagerfeuer, raucht Marihuana und betet zu Gott Shiva.

Wir wissen nicht, wie Singhs Frau zu dem ganzen Zinnober steht, weisen aber aus Toleranzgründen darauf hin, dass vor acht Jahren Roland Maier, ein Schwabe, in Soltau 184 Tage lang auf einem Pfahl gesessen hatte, um Weltmeister im Pfahlsitzen zu werden. Der Schwabe unterscheidet sich also - rein psychopathisch betrachtet - in keinster Weise von einem durchgeknallten Inder. va

 

 

Die besten Glossen der "Fußnote"-Schreiber Dieter Weigel, Richard Ryba, Thomas Scharnagl und Roland Rischawy sind in einem Buch vereint, das es in der Geschäftsstelle des Vogtland-Anzeigers in der Martin-Luther-Straße 50 in Plauen zu kaufen gibt. Der Band mit dem Untertitel "Schräge Gedanken für aufrechte Leser" enthält neben 74 "Best of"-Glossen auch 25 Karikaturen des "Ossikar und Wessikar"-Schöpfers Manfred Sondermann. Sie können das Buch auch formlos per Mail anfordern. Vergessen Sie Ihre Daten aber nicht. >> Zum Kontaktformular...