Vogtländischer Arbeitsmarkt - "Zitterverträge" stoppen

In Sachsen arbeiten 169 500 Beschäftigte in Jobs mit "Verfallsdatum" - auch im Vogtland. Die Gewerkschaft will die "Zitterverträge" stoppen.

Plauen - Gewerkschaft will das "Spiel mit der Job-Angst" beenden: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hat den Trend zu befristeten Arbeitsverhältnissen auf dem Arbeitsmarkt im Vogtlandkreis kritisiert. "Im Vogtlandkreis sind insbesondere in der Reinigungsbranche Kurzzeit-Arbeitsverträge verbreitet. Heimische Chefs tragen dazu bei, dass Jobs mit Verfalls-Datum in der Region boomen. Nach der aktuellen Mikrozensus-Auswertung arbeiten in Sachsen mittlerweile rund 169 500 Beschäftigte in befristeten Arbeitsverhältnissen", kritisiert der Vorsitzende des IG BAU-Bezirksverbands Südwestsachsen, Andreas Herrmann, in einer Pressemitteilung.

Dort heißt es weiter: Nach Einschätzung der IG BAU ist es mittlerweile gang und gäbe, Jobs nur für einige Monate zu vergeben. Für Berufsstarter im Vogtlandkreis sei die Einstellung auf Zeit auch auf dem heimischen Arbeitsmarkt in vielen Branchen schon fast zum "Normalfall" geworden. Arbeitgeber nutzten die Möglichkeit der Befristung schamlos aus, um Druck auf ihre Beschäftigten auszuüben. "Wer Angst um seinen Job hat, ist bereit, einen Folgevertrag zu schlechteren Bedingungen abzuschließen", so Herrmann.

Die Praxis mit den "Zitterverträgen" müsse ein Ende haben. Statt eines Jobs auf Zeit brauchten Arbeitnehmer im Vogtlandkreis Beschäftigungs- und Einkommenssicherheit. "Für die Befristung von Arbeitsverträgen ohne Grund, darf es nicht länger einen "Freifahrtschein" geben. Dem zweifelhaften Beschäftigungsmodell muss per Gesetz ein Riegel vorgeschoben werden", so Herrmann. Der IG BAU-Bezirksvorsitzende hofft hier auf ein klares Signal bei den laufenden Koalitionsverhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD. va