Vogtländische Straßenmeistereien startklar für Frau Holle

Der nächste Winter kommt bestimmt. Getreu diesem Leitsatz hat der Vogtlandkreis für eine gute halbe Million Euro 8.700 Tonnen Streusalz gekauft. Das lagert in den vier Straßenmeistereien Plauen, Adorf, Reichenbach und Falkenstein.

Plauen - Peter Baßler, Straßenmeister in der Straßenmeisterei an der Schöpfsdrehe in Plauen steht mit seinem Team in den Startlöchern. Rund 15 seiner über 20 Mitarbeiter akrutiert Baßler für den Winterdienst. Jeweils so viele sind auch in den anderen drei Meistereien im Vogtland im Einsatz.

Zusätzlich greift jede Straßenmeisterei auf fünf bis sechs Fremdfirmen, deren Räumfahrzeuge und Personal zu. 2,8 Millionen Euro hat sich der Kreis den Winterdienst in der vorigen Saison kosten lassen. In der Summe sind Ausgaben für Salz, Technik, eigenes und fremdes Personal enthalten.

Für einen reibungslosen Winterdienstablauf habe man auch 2016 in neue Fahrzeug- und Gerätetechnik investiert - eine halbe Millione Euro, so Landrat Rolf Keil. "Mit dem Winterdienstauto muss man Erfahrung haben, Auto und Fahrer müssen eins sein", macht Straßenmeister Baßler darauf aufmerksam, dass so einen orangen Koloss nicht jeder fahren könne. Viel Übung, jahrelange Erfahrung, Geschick und Umsicht muss ein Fahrer auf der großen Schneefräse mitbringen.

Roland Viehweg gehört dazu. Seit 36 Jahren fährt er Wienterdienstautos, viele Überstunden, zeitiges Aufstehen, spätes Heimkommen, viele Nachtfahrten - all das kennt er.

"Da gibt es auch kritische Stellen, die keiner von uns gerne fährt, wie den Berg an der Barthmühle oder die Steigung in Fröbersgrün", verrät Viehweg. Hat Viehweg Frühschicht, lässt er 3 Uhr den Motor an. Im Bauch des Streufahrzeuges befinden sich dann 6 Tonnen Salz. Eine "Schleife", das sind 30 Kilometer Straßen, liegen vor ihm.

Zwei Stunden wird Viehweg dafür brauchen, da sein Koloss nicht schneller als 30 Km/h unterwegs ist, manchmal stehen bleibt oder an mancher tückischen Stelle das Schneeberäumen länger dauert. Im Zuständigkeitsbereich der "Schöpfsdrehe" sind 270 Straßenkilometer zu räumen.

Dabei geht es kreuz und quer zwischen Elsterberg, der Talsperre Pöhl bis an die Landesgrenzen nach Bayern (Gutenfürst) und Thüringen (Langenbach). Im Vogtland sind 1.150 Straßenkilometer zu räumen; dabei sind die Hälfte Kreisstraßen, 20 Prozent Bundes- und 30 Prozent Staatsstraßen. Dabei gilt: Je höherklassiger und befahrener die Straße, um so öfter wird sie beräumt.

So rangiert eine Bundesstraße vor der des Kreises. Wichtig sind auch Straßen nahe der Autobahn und wo Schulbusse fahren. Cornelia Henze