Vogtländische CDU-Politiker äußern sich privat

Daniel Kaiser vom CDU-Stadtverband Schöneck: "Es ist ein Imageschaden für Plauen und die Vogtland-CDU", so die private Meinung des 31-jährigen Vizevorsitzenden. Plauen will eine offene und tolerante Stadt sein, da seien derartige Äußerungen nicht angebracht, so Kaiser.

Blechschmidt habe den guten Geschmack überschritten, so die persönliche Meinung von CDU-Stadtrat Helko Grimm. "Man kann nur hoffen, dass er sich entschuldigt." Als stellvertretender CDU-Kreisvorsitzender und Sprecher der Plauener Stadtratsfraktion habe er einen schwerwiegenden und handwerklichen Fehler begangen. Auch wenn es in der CDU Leute gibt, die es wie Blechschmidt sehen, "ich kann diese Meinung absolut nicht teilen", so Grimm. Es sei eine Grenze überschritten worden. "Wenn es um die Gleichstellung von Homosexuellen mit Ehe und Familie geht, würde ich auch Nein sagen." Blechschmidts Äußerung habe aber eine ganz andere Qualität.

Ebenfalls sich nur als Privatperson zu diesem Thema äußern möchte sich der Hammerbrücker CDU-Kreisrat Frieder Seidel. "Ich werde mich ohnehin zu solchen Themen nur äußern, wenn ich es für richtig halte. Die Diskussion ist unwürdig und die Aufregung scheinheilig." Die privaten Bemerkungen des Stadtrats seien pressewirksam vermarktet worden. "Man hätte es nicht veröffentlichen sollen", meint Seidel. Das Ziel sei die Beschädigung Blechschmidts.

"Die CDU in Sachsen ist nicht so homophob wie angedeutet", sagt der Dresdner CDU-Landtagsabgeordnete Patrick Schreiber. Er bekennt sich öffentlich zu seiner Homosexualität. Die Mehrheit in der Partei denke nicht so wie Dieter Blechschmidt. "Er sollte sich mit Leuten unterhalten, die in seinen Augen vermeintlich krank sind."

Vielleicht sollte er auch die Einladung des Lesben- und Schwulenverbandes annehmen und ein interessantes Gespräch führen, so Schreiber. Die Anmerkungen des Kommunalpolitikers, dass Homosexuelle krank seien und Hilfe benötigten, wären im Jahr 2012 hochpeinlich. "Sie widersprechen jeder medizinischen und psychologischen Wissenschaft", so der Landtagsabgeordnete. "Der Stadtverband sollte sich distanzieren."