Vogtländerin unter den Opfern des Todesfluges MH17

Der mutmaßliche Abschuss des Passagierflugzeuges über der Ukraine mit 298 Toten beschäftigt die Welt. Unter den vier deutschen Opfern ist eine junge Frau, die ihre Kindheit im Vogtland verbracht hat.

Oelsnitz/Bad Elster - Das Flugzeug der Malaysian Airlines startete in Holland und wollte nach Kuala Lumpur, der Haupstadt des südostasiatischen Landes. Unter den vier deutschen Opfern ist Fatima Dyczynski, die während ihrer Kindheit und Jugend in Bad Elster lebte. Die junge Frau war die einzige Tochter des Ehepaars Dr. Jerzy Dyczynski und Angela Rudhart-Dyczynski, das in den 1990er Jahren in der Klinik am Brunnenberg als Arzt beziehungsweise Psychologin wirkte. Beide standen der Traditionellen Chinesischen Medizin und dem Buddhismus nahe. In der Öffentlichkeit bekannt wurde das Paar durch seinen Kontakt mit dem tibetischen Mönch Wangchuk, den sie für einen Arbeitsaufenthalt nach Bad Elster holten - unsere Zeitung berichtete.

Unter seiner Anleitung entstand in der Klinik ein großes Mandala. Angela Dyczynski hatte während einer zweimonatigen Indien-Reise den Dalai Lama kennengelernt. Das Elternpaar wanderte vor einigen Jahren nach Australien aus, während die Tochter im Vogtland blieb und hier 2008 ihr Abitur am Julius- Mosen-Gymnasium in Oelsnitz ablegte. Fatima war eine selbstständige, kluge junge Frau. Sie studierte in Amsterdam und wurde Luftfahrtingenieurin.

Jetzt wollte die 24-Jährige mit dem Flug MH 17 der Malaysian Airline über Kuala Lumpur weiter nach Australien fliegen zu ihren Eltern. Ihren ersten Job im australischen Perth hatte sie in der Tasche. Eine große Hoffnung ist nun zugrunde gerichtet. Der Oelsnitzer Robert Schlick, Enkel von Stadtrat Dr. Jürgen Schlick, war Mitschüler von Fatima. Sein Vater Matthias erkannte die junge Frau unter den Fotos von vier Absturzopfern in einer Veröffentlichung. In der Oelsnitzer Familie wie auch im Fliegerclub Auerbach, wo sowohl Fatima Dyczinski als auch Matthias Schlick Mitglied waren beziehungsweise sind, ist die Betroffenheit groß.

"Dass so etwas heute in Europa passiert, dass die Opfer zum großen Teil noch immer nicht geborgen sind und die ukrainischen Separatisten die Aufklärung verhindern, ist eine Schande", meint Dr. Jürgen Schlick.