Vogtländerin - bester Raumausstatter-Lehrling der Bundesrepublik

Gleich zwei Preise hat Julia Rammler beim Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks abgeräumt: Sie ist Bundessiegerin im Wettbewerbsberuf Raumausstatter und damit Deutschlands beste Raumausstatterin unter denen, die in diesem Jahr ihre Ausbildung beendet haben. Gleichzeitig bekam sie den 1. Preis im Wettbewerb "Die Gute Form im Handwerk - Handwerker gestalten". Diese Auszeichnung wird für besonders kreative Leistungen vergeben.

Grünbach - Der Wettbewerb fand im November in Bremen satt, die Bundessiegerehrung am 1. Dezember in Berlin. Dort ehrte Elke Büdenbender, die Ehefrau von Bundespräsident Steinmeier, die national Besten unter den Gesellenprüfungs-Absolventen.
"Es sind junge Leistungsträger wie unsere Bundessieger, die zeigen, wie weit man kommen kann, wenn man Erfüllung in seinem Traumberuf gefunden hat", heißt es in der Pressemitteilung.
Für Julia Rammler ist es tatsächlich der Traumberuf. "Ich bin gerne kreativ und mache was mit den Händen", sagt sie. "Man sieht was man gemacht hat und andere freuen sich dran", sagt sie begeistert.
Für den Wettbewerb musste sie eine kleine Koje von 250X100x250 cm ausstatten mit Fußbodenbelag, Tapete und drei Flächengardinen. Elf Stunden hatte sie Zeit. Alles ist genau aufeinander abgestimmt und in die Gardinen hat sie Formen der Tapete übernommen.
Dabei hatte die junge Frau eigentlich ein Studium begonnen. Doch damit war sie nicht glücklich. Sie wollte etwas Kreatives machen. Das war zunächst die Ausbildung einem Fachmarkt für Heimausstattung in Rodewisch. Jetzt ist sie im Betrieb ihrer Mama Heike Rammler beschäftigt.
Das Familienunternehmen Grünbacher Gardinenkonfektion Emil M. Jacob hatte einst ihr Urgroßvater gegründet. Sie ist von klein auf hineingewachsen in den Beruf und durfte sich schon als Kind ausprobieren. Im Januar beginnt sie die Meisterausbildung, um die Firma einst zu übernehmen. Handwerk ist zwar bodenständig, aber gleichzeitig auch international.
Jetzt wartet Julia Rammler auf Termin und Ort für den Europacup, wo sie sich mit Raumausstattern aus ganz Europa messen will. Im Herbst hat sie bereits Erfahrungen in Frankreich gesammelt. Ein Austauschprogramm der Handwerkskammer führte sie für drei Wochen nach Tours. Dort lernte sie in einer Polsterei Neues. Im Land der Schlösser an der Loire arbeiten viele Handwerker in den historischen Gebäuden. Handarbeit wird großgeschrieben, sogar die Gardinen werden mit der Hand genäht.
Was sie dort gelernt hat, möchte sie für die Firma zu Hause übernehmen und auch Polstermöbel anbieten. Es sei ihr Ding, wenn sie was Schönes für die Kunden machen könne. Bald will sie wieder ins Ausland gehen, dann vielleicht in ein anderes Land. Die Handwerkskammer hat auch ein Austauschpogramm für ihre Meister, das will sie nutzen. In ihrem Beruf gibt es immer etwas Neues zu entdecken, das schätzt sie.     Margitta Rosenbaum