Vogtländer spenden für Brandopfer

Nach dem Brand in dem Mietshaus in der Plauener Trockentalstraße haben 40 Menschen alles verloren: Heim, Hab und Gut. Viele Vogtländer zeigen Herz und wollen spenden.

Plauen/Rodewisch - 40 Menschen stehen von Heute auf Morgen auf der Straße. Mit nichts. Die Plauener Frank Ttrschka und Jeanette Haase haben für die Betroffenen nun eine Spendenaktion gestartet. Aufgerufen wird seit Dienstagabend im Internet via Facebook.

"Statt zu hetzen, wie so oft in den Kommentaren der sozialen Netzwerke üblich, lasst uns doch lieber unsere Energie verwenden,um zu helfen", sagt Trtschka, der den meisten Vogtländern als Ultrasportler wohl bekannt ist.

An seiner Seite Jeanette Haase, die schon als Fluthelferin im Jahr 2013 großes Herz bewies. "Wir wollen es wieder so ähnlich aufziehen, wie damals bei der Fluthilfe", ist Haase dabei, ihre Pläne konkret umzusetzen. Damals bekam sie Unterstützung von der Stadt Plauen, bekam von dort Räume gestellt, in die die Leute ihre Sachspenden bringen konnten. Leider sei OB Ralf Oberdorfer wohl verreist, und daher noch keine Zusage erfolgt, bedauert Jeanette Haase voller Ungeduld.

Denn sie weiß, wie schnell die Hilfe nötig ist. Kleidung, Hygieneartikel und gegebenenfalls Hausrat und Mobilar werden gebraucht. "Durch eine Bekannte, deren Oma vor kurzem in ein Pflegeheim kam, steht eine komplett möblierte Wohnung zur Verfügung", nennt Haase eine Art der konkreten Hilfe. Spontan Unterstützung zugesagt hat Karo-Frau Cathrin Schauer. Vor allem Kleidung für Kinder und Frauen seien von dort zu erwarten. Angenommen werden nur Sach-, keine Geldspenden. Dass vor allem Kleidung ganz dringend gebraucht wird, weiß vor allem die Auerbacher DRK-Geschäftsführerin Manja Jopp.

Dort kamen die wohnungslos gewordenen Männer, Frauen und Kinder - die meisten stammen aus Slowenien und Rumänien - noch am vorigen Samstag, kurz nach dem Brand, an. "Viele Kinder waren barfuß, manche sogar ganz nackt. Im Klinikum Obergöltzsch, wo mancher zur Behandlung waren, zog man ihnen wenigstens ein T-Shirt über, und wir haben die Leute über unsere Kleiderkammer weiter versorgt." Nach der Erstversorgung im DRK wurden sie aufgeteilt in verschiedene Notunterkünfte.

So in Räume des vogtländischen Katastrophenschutzes in Auerbach und im früheren Berufsschul-Internat in Rodewisch. In letzterem sind aktuell 26 Leute, davon vier Männer, 13 Kinder und der Rest Frauen, untergebracht. "Gebraucht wird dringend Kleidung und Wechselwäsche: Hosen, Pullover, Jacken, Unterwäsche - einfach alles", sagt Internats-Verwaltungsleiterin Sabine Füger. Über das Ordnungsamt Rodewisch kam der Kontakt zum Verein "Teddybär" zustande. Von dort wurden bereits vor allem Kinderklamotten gespendet. "Wir würden da gerne mithelfen. Ich freue mich, wenn sich die Menschen bei uns hier wohlfühlen", sagt auch Rodewischs Bürgermeisterin Kerstin Schöniger.

Unterdessen befindet sich der mutmaßliche Täter, ein 25-jähriger Deutscher, in U-Haft in Zwickau (wir berichteten). Laut Auskunft der Staatsanwaltschaft habe der Mann aus Rache zu seinem ehemaligen Vermieter Feuer in dem Haus gelegt und damit billigend den Tod von 40 Mietern in Kauf genommen. Offenbar gab es Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter: Der mutmaßliche Brandstifter war wohl mit den Mietzahlungen in Verzug. In dem Haus in der Trockentalstraße wohnte er bis vorigen Oktober.

Wie sich der Mann Zugang zu seinem früheren Wohnhaus verschaffte, könne man noch nicht sagen, so Staatsanwalt Jürgen Pfeiffer. Die Ermittlungen laufen noch. Angeklagt wird der Täter entweder wegen besonders schwerer Brandstiftung oder aber wegen versuchten Mordes in mehreren Fällen.

Als Brandstifter sei der Mann bisher nicht in Erscheinung getreten, wohl aber sei er wegen kleinerer Eigentumsdelikte vorbestraft. 19 Menschen wurden in der Nacht zum vorigen Samstag durch das Feuer verletzt, davon vier sehr schwer. Momentan könne man noch keine Auskunft darüber geben, ob die vier lebensbedrohlich Verletzten - zwei Kinder und zwei Frauen - übern Berg seien, so Pfeiffer. Per Rettungshubschrauber kamen sie in Spezialkliniken.