Vogtländer hautnah beim Finale gegen Chelsea

"Für kein Geld der Welt würde ich die Tickets verkaufen". Klare Worte von Bayern-Fan Patrick Spranger. Bis zu 3000 Euro werden bei Ebay für die guten Stücke geboten. Gemeint sind die Eintrittskarten für das Champions-League-Finale am Samstag zwischen dem FC Bayern und dem FC Chelsea in der Münchener Allianz Arena.

Der Plauener Patrick Spranger gehört zu den Gewinnern der FC Bayern-Kartenverlosung. 160 Euro kostet das Ticket in der Südkurve. Als FC Bayern-Mitglied durfte Spranger zwei kaufen. Davon profitiert sein Kumpel Danny Berner aus Kottengrün - natürlich auch ein eingefleischter Bayern-Fan.

Am Samstagmittag geht es los, 17.50 öffnen sich die Stadiontore. Anpfiff ist 20.45 Uhr. Die Rückkehr ist noch unbestimmt. "Wenn wir gewinnen mit Sicherheit nicht am Samstag, die Siegesfeier auf dem Marienplatz - das wäre noch ein weiteres Erlebnis", so Spranger.

Seit dem Jahre 2000 ist Patrick Spranger FCB-Mitglied. Bereits zu Saisonbeginn hat er sich um Champions-League-Tickets über seinen Verein bemüht - und er war mit Fortuna im Bunde. Bereits einen Tag nach dem dramatischen Halbfinalsieg der Bayern in Madrid kam die erfreuliche Nachricht per Mail. 48 Stunden später lagen die begehrten Tickets im heimischen Briefkasten. 17 500 Karten stehen den Münchenern zu - genauso viel wie dem FC Chelsea. Rund 1,2 Millionen Anfragen an die Bayern hat es gegeben.

Wie hat Patrick Spranger den Halbfinal-Sieg erlebt ? "Im heimischen Wohnzimmer vor dem Fernseher. Ich stand kurz vor dem Herzinfarkt. Vor allem das Elfmeterschießen war ein Wechselbad der Gefühle", erinnert sich Spranger. Umso größer seine Freude als Bastian Schweinsteiger den entscheidenden Elfer verwandelt hat.

Das Champions-League-Finale wird nicht Sprangers erster Besuch in der Allianz Arena sein. Im Laufe der Jahre hat er schon "fast in jedem Block gesessen". Auch in dieser Saison hat er seine Bayern mehr als ein halbes Dutzend Mal live gesehen - nicht nur bei Heimspielen, sondern auch auswärts - beispielsweise bei Manchester City. Dort gab es in eine 0:2-Niederlage - in einem allerdings bedeutungslosen Champions-League-Vorrundenspiel.

Auch das Hinspiel hatte Spranger in München im Stadion erlebt und da hatten die Engländer beim 2:0-Sieg des FCB keine Chance - also ein gutes Omen für das Finale. In dem Spiel müssen beide Teams auf gelb-gesperrte Spieler verzichten. "Vor allem der Verlust von David Alaba schmerzt", meint Spranger. Nicht umsonst gilt der österreichische Fußballer des Jahres als Aufsteiger der Saison. Trotz alledem: Natürlich geht Spranger von einem Bayern-Sieg aus: " 3:1. Wer die Tore schießt, ist egal".

Dass die Bayern etwas überraschend gegen den FC Chelsea spielen "dürfen" und nicht gegen den FC Barcelona, findet Spranger nicht schlecht, betont aber, "dass es im Finale sowieso keine schlechten Teams gibt und die Bayern auch Barcelona geknackt hätten". Da ist es wieder - das bayrische Selbstbewusstsein nach dem Motto "Mir san mir"

Im Gegensatz zu manch anderen Anhänger der "Roten" hält er auch große Stücke auf Torhüter Manuel Neuer - und nicht erst, seitdem er in Madrid sich als "Elfmeter-Töter" zeigte. "Neuer ist das Beste, was den Bayern passieren konnte", ist Spranger überzeugt.

Zwar schmerzt es den 31-Jährigen schon ein wenig, dass es mit der Meisterschaft in der abgelaufenen Saison wieder nichts wurde, "aber die Champions-League ist das höchste der Gefühle", so Spranger. Und außerdem: "Die Meisterschale ist nur ausgeliehen. Die Dortmunder sollen schön aufpassen, dass sie keine Kratzer draufmachen. Schließlich müssen sie das gute Stück im kommenden Jahr wieder nach München abgeben", kommt gleich eine Kampfansage hinterher.

"König Fußball" ist das größte Hobby von Patrick Spranger, der auch selbst aktiv ist - als Torhüter bei der Reserve des SV Kottengrün. Wie ist er eigentlich Bayern-Fan geworden? "Das war von Anfang an so. Bereits als Kind gab es keine andere Mannschaft", so Spranger. Konflikte im Elternhaus hat es deswegen zum Glück nicht gegeben - obwohl der Vater von Patrick Spranger es mehr mit Borussia Mönchengladbach hält.