Vier Jahreszeiten auf dem Eis

Frühling, Sommer, Herbst und Winter verflogen am Samstag auf der Greizer Eisbahn in einer guten Stunde. Sie waren Thema der Abschlussgala der Eiskunstlaufkurse der Volkshochschule.

Greiz/Reichenbach - Kursleiterin Martina Lenk aus Reichenbach war "sehr zufrieden" mit dem Ergebnis und lobte "das großartige Engagement und die tollen Leistungen der Teilnehmer". Und natürlich war auch das Publikum von den ansprechenden und ausdrucksstarken Einzel-, Paar- und Gruppendarbietungen fasziniert.
 Ihr oberstes Ziel sei, sagt Frau Lenk, dass die Teilnehmer, egal ob Anfänger oder talentierte Fortgeschrittene, Spaß und Freude bei dem Sport haben. Sicht- und regelrecht spürbar war am Samstag, dass die Kurleiterin ihr Zeil zweifelsfrei erreicht hat. Von leichteren Figuren der Anfänger bis hin zu ersten Sprüngen und Pirouetten der Fortgeschrittenen zeigten alle Mitwirkenden imposant ihr Können. Sichtlich stolz auf ihre bemerkenswerte Kür war die neunjährige Charlotte Glagau aus Elsterberg. Sie lief in einem roten Kostüm zu Mariah Careys Hit "All I Want For Christmas Is You". 
"Ich habe mir den Titel gemeinsam mit meiner Mama ausgesucht, weil er zu den Jahreszeiten und zu meiner Kür passt", sagt sie. Wichtig sei ihr, dass das Eiskunstlaufen leicht und schwebend aussehe, weil es das eigentlich nicht ist und viel Training nötig sei. "Aber diese Leichtigkeit gefällt mir besonders", sagt Charlotte Glagau.
 Insgesamt 46 Eiskunstlaufbegeisterte belegten die drei Kurse der zurückliegenden Saison. Die Teilnehmer im Alter von vier bis 70 Jahren kamen dabei nicht nur aus dem Vogtland. "Die weitesten Anreisen hatten Teilnehmer aus Jena, Gera und Aue", sagt Kursleiterin Lenk, die sich aber ebenso über eine größere Gruppe aus Plauen freut. 
Und dass Eiskunstlaufen bei weiten nicht nur ein Sport für junge Leute ist, dafür stehen mit 66 und 68 Lebensjahren Heike und Bernd Riedel aus Mylau. "Meine Frau war schon als Kind Eiskunstlauf-Fanatikerin", sagt Bernd Riedel. Vor einigen Jahren habe sie ihn auch mit aufs Eis gezogen. "Ich konnte damals mit Schlittschuhen nur geradeaus laufen", erinnert er sich. Und die von dem Paar gezeigt Kür erzählte dann auch ein wenig die eigene Geschichte. "Ein Mann will Schlittschuhlaufen, kann es aber nicht wirklich, da kommt eine gute Fee und zeigt ihm die Tricks und Kniffe", erklärt Bernd Riedel, der im gleichen Atemzug von der großen Freude spricht, die seiner Frau und ihm das Eiskunstlaufen bereitet.
 Neben der Abschlussgala gehörte das kostenfreie Training mit der ehemaligen Welt- und Europameisterin im Eiskunstlaufen, Christine Stüber-Errath, zu Höhepunkten der Saison. Die sympathische Sportlerin vermittelte den Kursteilnehmern im November vorigen Jahres allerdings nicht nur wichtige Eiskunstlauf-Kenntnisse, sie stellte im Greizer Kino auch ihren ergreifenden Spielfilm "Die Anfängerin" vor. 
"Das war für uns alle ein ganz besonderer Tag", erinnert sich Frau Lenk. Ob es in der kommenden Saison wieder einen Termin mit Christine Stüber-Errath geben wird, sei aber noch offen. Fakt jedoch ist, dass Martina Lenk wieder den nächsten Kurs leiten wird. "Wenn ich mit meinen 70 Jahren gesund bleibe, setze ich die Arbeit fort, das macht so viel Spaß, da kommt man nicht von los", sagt die Reichenbacherin und bedankt sich sowohl bei den Kursteilnehmern als auch bei dem Team der Greizer Eisbahn für die gute Zusammenarbeit. 
Und was tut die Eiskunstläuferin, um sich über den Sommer fit zu halten? "Ich gehe täglich schwimmen und trainiere Rollkunstlauf auf der Rollschuhbahn in Mylau."     Karsten Schaarschmidt