Viele liebäugeln mit Neuensalz

Was bringt die Zukunft für die Gemeinde Pöhl? Zusammenschluss mit Elsterberg, Limbach und Netzschkau? Das möchten manche. Aber die Mehrheit will ein Zusammengehen mit Treuen-Neuensalz. Nur wenige haben Sehnsucht, ein Stadtteil von Plauen zu werden. Das hat eine kleine Umfrage unter Pöhler Gemeinderäten ergeben.

Bürgermeister Friedhard Kaul (parteilos) möchte seine private Meinung nicht äußern. "Treuen ist aber keine Alternative. Neuensalz und Limbach wollen nirgends hin", sagt Kaul. Andererseits habe sich Limbach offen für eine Großgemeinde Elsterberg-Limbach-Netzschkau-Pöhl gezeigt. "Wir haben keinen Druck und ausreichend Zeit", fügt Kaul hinzu. Gründliche Vorbereitung, das wünschen sich alle von uns befragten Gemeinderäte. Mandy Turreck (Verein zum Naturraumerhalt Talsperre Pöhl) spricht sich für eine Gemeinde Pöhl aus, in der alle Orte rund um die Talsperre vereint sind. "Vor allem sollte der Dorfcharakter erhalten bleiben und der Faktor Naherholung und die demographische Entwicklung bis 2025 mit bedacht werden", so Turreck.

Gemeinderat Andreas Seidel (CDU) hat seine Meinung, einen schnellen Zusammenschluss durchzuführen geändert. "In einem langen Gespräch mit dem Landtagsabgeordneten Andreas Heinz (CDU) hat er mich überzeugt, nichts zu überstürzen. Man soll die Bürgermeisterwahl 2012 nicht als Termin sehen." Die "Mitgift" vom Freistaat würde für die Umstrukturierung aufgebraucht, so Seidel.

"Die allgemeine Hektik ist völlig übertrieben", sagt Johannes Stier (SPD), erst müsste das neue Finanzsystem in den Gemeinden eingeführt werden. "Wenn das läuft, kann man sich dem nächsten Problem widmen." Stier äußerte, nach seiner Vorstellung gefragt "Möschwitz zu Plauen und der Rest, was sich anbietet." Dabei sollten aber unbedingt die Bedürfnisse der Bevölkerung mit in Betracht gezogen werden.

Als "den absoluten Hit" bezeichnete Helmar Müller (CDU) einen Zusammenschluss mit Neuensalz, wissend, dass diese Möglichkeit "eigentlich vom Tisch ist. Deshalb müssen wir in andere Richtungen schauen und da bietet sich Elsterberg - Limbach - Netzschkau an." Vize-Bürgermeister Holger Röhn (Verein zum Naturraumerhalt Talsperre Pöhl) favorisiert eine große Talsperrengemeinde Pöhl mit Neuensalz. "Dazu müssen Gespräche mit Treuen und Neuensalz geführt werden. Und die Bürger müssen gehört werden."

Ebenfalls für eine große Gemeinde Pöhl rund um die Talsperre spricht sich Jana Grimm (Naturraumerhalt) aus. "Wir sind ja schon im Zweckverband Talsperre Pöhl zusammen." Auch Gerd Robaschik (CDU), Unternehmer aus Jocketa, spricht sich für die Talsperrengemeinde aus. "Wir müssten zwar den Umweg über Treuen gehen, aber es würde sich lohnen." Gabi Kertscher