Viel Arbeit im Jubiläumsjahr

Der Verein zum Erhalt des Rittergutes Kleingera feiert sein zehnjähriges Bestehen. Viel wurde in dieser Zeit geleistet und auch in diesem Jahr sollen wieder einige Sanierungsarbeiten durchgeführt werden. So wollen die Vereinsmitglieder das letzte noch unsanierte Stück der Natursteinmauer unter der Terrasse des einstigen Herrenhauses in Stand setzen.

Und auch eine Ziegelmauer, die der Natursteinmauer im Inneren des einstigen Pferdestalles vorgeblendet ist, soll neu aufgebaut werden. Ein Statiker hatte das Mauerwerk jüngst geprüft und festgestellt, dass die Natursteinmauer des Stalles noch völlig intakt und tragfähig ist - im Gegensatz zur Ziegelmauer.
Die Mehrgenerationenarbeit wird fortgesetzt. Regelmäßig treffen sich sowohl die Senioren als auch die Jungen Naturforscher in den Räumen des Vereines. Und es wird zu Festen eingeladen. Ostern gehts los. Dann wird Karsamstag der Koffermarkt im Rittergut über die Bühne gehen. Zur Kräuterwanderung und dem Johannistrauß binden wird um den Johannestag herum eingeladen. Zum Tag des offenen Denkmals gibt es wieder Führungen. Das Apfelfest mit Köstlichkeiten aus der zum Gut gehörenden Streuobstwiese wird gefeiert und zur Himmlischen Rittergutsweihnacht eingeladen. Eine Hochzeitsmesse ist ebenfalls geplant. Sie war 2019 erstmals auf dem Gutsareal durchgeführt worden - und ein voller Erfolg. Einer, der sich wiederholen soll.
Das weitläufige Areal benötigt viel Pflege. Vor allem der einst von Elfriede Groll angelegte Blumenhang am Küchenteich und das daneben liegende große Kräuterbeet brauchen ständig rege Hände. Immer mittwochs lädt Rosalie Brandt zur Pflege des Kräutergartens ein.
An einer Konzeption zur weiteren Nutzung des Hauses soll gearbeitet werden. Die im Erdgeschoss für Feiern zur Verfügung stehenden Räume sind nicht ausreichend, das hat sich in den vergangenen Jahren immer wieder gezeigt. So wäre eine Option, den Flohmarkt in die erste Etage zu verlegen, dorthin, wo sich bereits das Museum befindet. Damit wären die Räume, die zu DDR-Zeiten als Mütterberatungsstelle und Gemeindeamt genutzt wurden, frei. Zu Zeiten des letzten privaten Rittergutsbesitzers, Victor Speck, war dort der große Speisesaal untergebracht, den die Familie nur für besondere Festlichkeiten nutzte. Dort wäre auch heute genügend Platz, um zum Beispiel Kaffeegäste während der vielen Gutsfeste zu bewirten. Eine andere Option stellt der entkernte barocke Anbau dar, von dem aus die Gäste über die Terrasse auch in den Gutsgarten gelangen könnten.
Ideen haben die Mitglieder des Rittergutsvereines viele. Sie hoffen bei der Umsetzung auf weitere Freiwillige, die sich für den Erhalt des Kleingeraer Wahrzeichens einsetzen wollen und auf Fördermittel - etwa des Denkmalschutzes. Historische Aufzeichnungen zum Bestand des Kleingeraer Rittergutes reichen bis ins Jahr 1448 zurück. Als besonders erhaltenswert gelten heute die historischen Kellergewölbe, die wohl aus dem 15. Jahrhundert stammen und nur noch bei Führungen für Interessenten zugänglich gemacht werden. Das Kleingeraer Rittergut, so schätzte es einst der Gebietsdenkmalpfleger ein, ist das in seiner Gesamtheit besterhaltene im sächsischen Vogtland.
Die das einstige Herrenhaus zierende Sonnenuhr ließ vergangenes Jahr sogar französische Touristen in den Elsterberger Ortsteil reisen. Über die Bedeutung der Zeichen auf dieser Uhr, das bedauern die Vereinsmitglieder, weiß man bislang jedoch viel zu wenig. DAHK