Versierter Nachwuchs bietet "reine Klassik"

Mit reiner Klassik stimmt die Musikschule Rodewisch ihr Publikum aufs neue Jahr ein. Haydn und Händel, Strauß und Bizet spielen zum Neujahrskonzert im voll besetzten Rodewischer Ratskeller die "erste Geige" - dargeboten von Preisträgern verschiedener Musikwettbewerbe und langjährig und versierten Musikschülern.

Von Cornelia Henze

Rodewisch - "Von hohem Niveau" und "Erstklassig!" zollten viele den jungen Leuten für Gesang und Instrumentalmusik ihre Anerkennung. Standing Ovations gibt es sogar für Vincent Blechschmidt als Solist bei Pablo de Sarasates Zigeunerweisen. Der 14-Jährige will selbstverständlich später Musik studieren und ist schon jetzt Jungstudent an der Leipziger Musikhochschule Felix Mendelssohn Bartholdy. Sein Lehrer in Leipzig sei um einiges strenger als Dr. Harald Gerhard, sein Geigenlehrer an der Musikschule Rodewisch, der übrigens das hauseigene Violinorchester dirigierend durch den Abend führte und auch verantwortlich fürs Programm zeichnete.
Mit Nils Blechschmidt, dem 10-jährigen Bruder von Vincent, wächst ein zweites Geigentalent heran. Der junge Mann wagte sich an Anatoli Kamarowskis Violinkonzert Nr. 2 A-Dur - begleitet von der neuen Klavierlehrerin In Young Park, die das Publikum auf diesem Weg kennenlernte. Wohlbekannt im Vogtland die mehrfach bis zum Bundeswettbewerb prämierten Saxophonisten Lena Rölz, Johann Schwotzer und Victoria Lorenz, welche seit kurzem unter dem Namen "Sax hoch 3" auftreten. Vierter im Bunde ist Elias Störr, die Klavierbegleitung für die jeweiligen Saxophonisten. So wiederholten Elias und Johann die Sonatina von James Rae, für die es erst kürzlich einen ersten Preis beim Greizer Stavenhagenwettbewerb gab, vor heimischem Publikum.
"Tak, tak, tak - klick, klack, klick" so tönt es von der alten Erika-Schreibmaschine, wenn Frank Bonitz, Schlagzeuglehrer und Datenschutzbeauftragter der Musikschule, in die Tasten haut. Das flotte Stück "The Typewriter" von Leroy Anderson, verpackt in einen witzigen Dialog auf der Bühne zwischen Bonitz und den moderierenden Peter Wappler (Musikschul-Geschäftsführer), beweist, dass Klassik nicht todernst sein muss. Die "Petersburger Schlittenfahrt" geht den Pianisten Rocky Keller und Gabriele Henze flott von den Tasten und entführt gedanklich durch einen verschneiten Winterwald. Eine feierliche Note setzen Johanna Kallies und Nadja Beck mit je einer in italienischer Sprache gesungenen Arie. In die Welt des Walzers tanzten die jüngsten Ballettmädchen im rosa Tutu. Menuett, Polka, Oper, Sonate, Arie, gesungen und gespielt im Solo, Ensemble oder im Nachwuchsstreich-Orchester - das sind die Bausteine des Neujahrskonzertes, das in Ausschnitten von den wöchentlichen Proben in der Musikschule sowie Erfolgen zu Wettbewerben erzählt. Zum fünften Mal lud die Musikschule zum klassischen Neujahrskonzert, das neben der "Nacht der Nächte" und den Sommerkonzerten zu den Höhepunkten im Jahr zählt.