Versicherung mit Haken

Wolfgang Heß droht Unbill vom Freistaat in einer Sache, die er ursächlich gar nicht verschuldet hat.

Von Jochen Pohlink

Rosenbach/SchneckengrünWolfgang Hess aus dem Rosenbacher Ortsteil Schneckengrün besitzt ein Motorrad und ein Cabrio - aber er fährt nur in der schönen Jahreszeit. Deshalb versichert er die Fahrzeuge nur von Mai bis Oktober und zahlt nur für diese Zeit Steuern. In diesem Jahr wechselte er die Versicherung und schloss die Verträge in der Geschäftsstelle Pausa der LVM Versicherungsgruppe Münster ab. Versicherungsbeiträge und Steuern wurden termingerecht entrichtet.
Am 2. Juli erhielt die Zulassungsstelle Plauen im Landratsamt vom Vorversicherer die Mitteilung, dass beide Fahrzeuge dort nicht mehr versichert sind. Eine Versicherung lag dort nicht vor. Daraufhin wurde Heß informiert, dass er die Fahrzeuge widerrechtlich ohne Versicherungsschutz nutzt: Zwangsstillegung droht.
Dazu erhielt er die Aufforderung die Kennzeichen zur Entstempelung vorzulegen - macht je 28,63 Euro. "Den einfacheren Weg, beim Besitzer anzufragen, nahm man nicht in Anspruch, weil dazu keine Verpflichtung vorgesehen ist und der Vorgang schließlich auch Geld in die Kasse spült", sagt Heß.
Er selbst fragte die LVM in Pausa - und siehe da: in seinen Versicherungsabschlüssen fehlte ein Häkchen: Ausgerechnet das, welches als elektronische Versicherungsbestätigung (eVB) der jeweiligen Zulassungsstelle - früher war es die Doppelkarte - übermittelt wurde.
Robby Pahlke als Chef der Pausaer Versicherung leitete sofort die eVB für beide Fahrzeuge weiter. Und Heß reichte Widerspruch im Landratsamt ein - gegen die Zahlung der Beträge. Dieser Widerspruch wurde abgelehnt, obwohl zu diesem Zeitpunkt die Verhältnisse geklärt waren. Man verzichtete auf die Zwangsstilllegung der Fahrzeuge.
Heß legte dagegen erneut Widerspruch ein und bezahlte die ausstehenden Beträge, die er von der LVM erstattet bekam. Darüber informierte er die Behörde und teilte mit, dass sich für ihn damit die Angelegenheit erledigt habe - soll heißen, der Widerspruch sei hinfällig.
Das der Gesetzgeber anders: Am 20 August landete in Schneckengrün ein Schreiben vom Freistaat, dass bei Aufrechterhaltung seines Widerspruchs eine gerichtliche Auseinandersetzung mit wesentlich höheren Sanktionen in Aussicht gestellt wird. Heß zog in einem neuerlichen Schreiben formell seinen Widerspruch zurück.