Verleger polarisiert mit Thesen zur Erderwärmung

Nicht wenige Besucher der etwa 60 Anwesenden schüttelten den Kopf, andere fühlten sich in den Worten des Referenten Holger Thuss bestätigt. Jedenfalls hat dieser bei seinem Vortrag im Hotel Alexandra sein Publikum stark polarisiert. Das Thema: "Globale Erwärmung und deren wirkliche Ursachen und Folgen".

 

Auf Einladung der CDU Plauen kam der Jenaer Verleger und Chef des so genannten Europäischen Instituts für Klima und Energie ins Vogtland. Ihm gelang es, den Abend mit deftigen und teils sehr schwammigen Äußerungen anzuheizen. Auch die Plauener Grünen waren von den politischen Kontrahenten ins Hotel eingeladen worden.

Thuss rechnete mit Klimaforschern, Wissenschaftlern und Mahnern für Umweltschutz mittels Klimaschutz ab. Die einzelnen Präsentationen kommentierte Thuss in einer meist laxen Art, die lediglich ein Ziel verfolgten: Den Zusammenhang zwischen Klimawandel und Erderwärmung durch Menschenhand zu belegen. Gegenthesen in Form eigener Ermittlungen lieferte Thuss nicht, ihm genügte, vorliegende Zahlen und Fakten als falsch zu benennen. "Klimaschutz ist kein Umweltschutz", griff der Verleger an. Auch die Bemühungen der Energieerzeuger, die auf erneuerbare Energie wie Wind, Sonne und andere setzen, wies der Referent zurück.

 

Zu teuer und von uns allen subventioniert. Kohlekraftwerke seien in Ordnung und auch die Gewinnung fossiler Energieträger wie Erdgas und Erdöl) in der bisherigen Form sind nicht umweltschädlich, da es, so Thuss, keinen Nachweis von Wissenschaftlern gäbe, dass der Kohlendioxid-Ausstoß auf der Welt etwas mit der Erderwärmung zu tun habe. Man hatte bei Thuss? Thesen den Eindruck, die Forscher seien Verschwörer. Sein Fazit: Es gibt eine Erderwärmung, aber dies sei normal und nicht Menschen gemacht. Den Nachweis blieb er schuldig, auch damit, in dem er darauf verwies, sein Institut sei keine Forschungseinrichtung, die mit viel Geld ausgestattet derlei wissenschaftliche Arbeit betreiben könne. In der Tat.

 

Das Europäische Institut für Klima und Energie, kurz "Eike", mit Fachbeirat, Grundsatzpapieren und Publikationen - ist ein kleines Gebilde, welches es anscheinend nur im Internet gibt. Das Institut, das sich dem Kampf gegen den Klimaschutz verschrieben hat, ist gar kein Institut, sondern ein Verein ohne Büro mit einer Postfachadresse in Jena. "Eike"-Präsident Thuss ist Gründer von CFACT Europe, dem Ableger des amerikanischen "Committee for a constructive tomorrow", das 2008 mit fast 600 000 Dollar zu den größten Spendenempfängern des Ölkonzerns ExxonMobil gehörte, schreibt die "Süddeutsche Zeitung". Diese genauere Erörterung seiner Herkunft blieb Thuss auch in der Diskussion schuldig. "Wir wissen, dass viele Leute sagen, dass, was Sie sagen, nicht stimmt. Ich bin aber überzeugt, dass wir uns für die Umwelt stark machen müssen, wir haben nur die eine", sagte Mitveranstalter Frank Heidan.    F. Blenz