Verkehrslawine trotz Oelsnitzer Ortsumgehung?

Die Anwohner von Bachstraße und August-Bebel-Straße in Oelsnitz lassen nicht locker. Die Verkehrslawine in ihrem Wohnviertel stinkt ihnen im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Die Sprecher Dr. Steffi Kijowski und Matthias Frolik wandten sich an Stadtrat Dr. Jürgen Schlick - der rund zehn Jahre lang Sprecher der BI Umgehungsstraße war. Auf dessen Antrag kam die neue Bürgerbewegung im Bau- und Planungsausschuss am Mittwoch zu Wort. Die Umgehungsstraße sollte den Lkw-Verkehr aus der Stadt verbannen, die Wohnqualität verbessern. Rund 32 Millionen Euro wurden verbaut. Darauf wies Frolik hin. Doch statt über den Marktplatz donnere die Verkehrslawine jetzt über die Trasse von Bach- und August-Bebel-Straße. Die Situation sei für die Anwohner unerträglich. Das Problem sei nur umgelenkt.

Ab Anschlussstelle Jahnteich der Umgehungsstraße bewegen sich die Fahrzeuge über die zur Staatsstraße hochgestufte Trasse in Richtung Falkenstein. Nach Auskunft des Oelsnitzer Bauamts, so Frolik, sei die Ausschilderung einer 30-Kilometer-Zone und des Nachtfahrverbots für Lkw wegen der Staatsstraße nicht möglich. Damit gibt sich die BI nicht zufrieden. Dann müsse die Verkehrsführung geändert werden. Frolik: "Es muss eine generelle Lösung her." Für Dienstag, 8. September, lud er alle Fraktionsvorsitzenden zur Beratung in die Gaststätte "Pforte" ein. Dr. Steffi Kijowski ist durch Wohnung und Zahnarztpraxis 24 Stunden in der August-Bebel-Straße anwesend. Wegen Lärms und Gestanks könne sie tagsüber in ihrer Praxis die Fenster nicht öffnen - sie könne sonst kein Wort mit ihren Patienten wechseln. "Ein Riesenproblem ist die Staatsstraße"; meinte Oberbürgermeisterin Eva-Maria Möbius. "Wir haben die Verkehrsströme anfänglich nicht so gesehen", räumte sie ein. Verstärkt werde das Problem durch den zwischenzeitlichen Bau des Netto-Marktes. Der Discounter an der Bachstraße zieht sehr viel Publikum mit KfZ an.

Dr. Jürgen Schlick erinnerte alte Stadtratskollegen an den Februar 1996. "Damals war die Verkehrsführung ganz anders geplant", sagte er. Der Verkehr aus Richtung Falkenstein sollte von Kottengrün über die inzwischen grundhaft ausgebaute Trasse nach Lottengrün und von dort über die Theumaer Straße zur Untermarxgrüner Straße geleitet werden. "Wer hat denn entschieden, eine Staatsstraße durch ein großes Wohngebiet zu führen?", wollte Dr. Steffi Kijowski wissen. "Je nach Nutzungsart werden Straßen auf- oder abgestuft", entgegnete die OB. Zuständig für Staatsstraßen ist das Straßenbauamt. "Wenn ich alle Straßen als Gemeindestraßen behandle, bin ich für ihre Unterhaltung zuständig", machte Möbius aufmerksam.

 Helmut Morgner (CDU) rief auf, "nicht eine neue Bürgerinitiative aufs Tapet zu bringen" und die Bürger "unproblematisch zu unterstützen, damit die Sache schnell auf den Tisch kommt". Der Verkehrsstrom könne nicht auf die Unterstadt verlegt werden, erklärte er. OB Möbius will sich mit Anwohnern treffen, die Probleme diskutieren, zunächst untereinander, später mit dem Straßenbauamt.  Renate Wöllner