Verein kämpft gegen Bärenklau

Pausa / Langgrün - Ein Gefeller Verein rückt dem gefährlichen Riesen-Bärenklau zu Leibe, der auch im Vogtland sich eingenistet hat.

 

Der Pausaer Günter Ehrbar hatte größere Mengen des giftigen Riesen-Bärenklaus entdeckt und öffentlich das Beseitigen der gefährlichen Pflanze angemahnt. Dem Beitrag im Vogtland-Anzeiger folgten Reaktionen, die sogar bis in den Thüringer Raum reichen.

In Langgrün, einem Ortsteil von Gefell, gibt es seit 1998 einen Verein, der sich der Ausrottung des ebenso imposanten wie gefährlichen Riesen-Bärenklaus, auch Herkulesstaude genannt, widmet. 15 Mitglieder zählt der "Verein gegen Herkules" um Vorstand Reiner Hartmann. In der Landwirtschaft beschäftigt, hielt der Mann immer die Augen auf. "Mitte der 80er Jahre gab es in einem Garten in Frössen, nahe des einstigen Grentstreifens zur BRD, eine einzige Herkulesstaude. Keiner hat sie gekannt, sich etwas gedacht", schilderte er. Vermutlich mit dem Hochwasser sind die Samen dieser einzigen Pflanze vier Kilometer entlang des Bachlaufs zur Saale transportiert worden und massiv in die Flure gewandert. "Seuchenhaft" sei die Entwicklung gewesen. "15 Jahre später erblühten dort auf 90 Hektar Fläche hunderttausende dieser Pflanzen."

Hartmann wurde aktiv, fand in einer Selbitzer Pfarrfrau eine engagierte Fachfrau und einige Mitstreiter. Über Jahre rückte der Verein dem Riesen-Bärenklau dort mit Chemie zu Leibe. "Heute haben wir es nahezu geschafft.

Seit zwölf Jahren gab es keine blühende Pflanze mehr." Dennoch wird regelmäßig kontrolliert. Noch immer schlummert keimfähiger Samen im Boden. Doch die Frössener Fläche war nur ein Anfang. Mehr als hundert verschiedene Vorkommen im Saale-Orla-Kreis, aber auch in Oberfranken und dem Vogtland sind zwischenzeitlich kartiert und werden je nach Bewuchs ein- bis dreimal jährlich kontrolliert. Im Vogtland betrifft das beispielsweise die "Grenzwiese" - entlang der Bahnlinie Kornbach-Reuth - oder die Flächen entlang der Straße von Tobertitz nach Straßberg und Plauen.

Der Gefeller Verein finanziert sich aus Spenden, welche auch immer von den Besitzern der Flächen erbeten werden, die von Herkules befallen sind. "Nicht alle sind einsichtig." Allen, die nur wenige Pflanzen verzeichnen, rät der Mann, sie vornehmlich bei trübem Wetter mit der Wurzel auszuhacken.

Dabei sollten alle Körperteile inklusive des Gesichts mit Kleidung abgedeckt werden. Im Mai ist dafür der richtige Zeitpunkt. "Jetzt ist es beinahe schon zu spät dafür. Der Bärenklau setzt bereits die ersten grünen Samen an." Wer jetzt noch einschreitet, solle das mit äußerster Vorsicht tun und die Pflanze verantwortungsvoll entsorgen, damit ihre Samen nicht an anderer Stelle aufgehen. Bei starkem Befall hilft nur noch Chemie. "Wenn ich gebraucht werde, fahre ich hin und helfe. Schließlich besitzen wir die Mittel und Gerätschaften", so Hartmann.  mam