Verbraucherzentrale Plauen: Vorsicht vor Zertifikaten

Auch in Plauen gab es einige Geschädigte der Lehman-Brother-Pleite. Vogtländer, die ihr Geld in Zertifikaten der zusammengebrochenen US-Bank anlegten - und verloren, informiert Magdolna König im Gespräch mit unserer Zeitung.

 

Und doch würden auch jetzt schon wieder Zertifikate, wenn auch von anderen Geldhäusern und zum Teil mit anderem Namen, angeboten. Die oberste Plauener Verbraucherschützerin warnt vor solch komplizierten Produkten. "Was nicht verstanden wird - meiden!", empfiehlt sie. Und wenn dann auch noch der Bankberater so seine Probleme hat, Zertifikate und ihre Wirkungsweise zu erklären, dann ist höchste Eisenbahn. Witwen- und Waisenpapiere seien das auf keinen Fall!

 

Die Finanzmarktkrise habe viele Vogtländer, insbesondere ältere Menschen, verunsichert. Das wurde nicht zuletzt bei einer Veranstaltung der Verbraucherzentrale im Kleinen Saal des Plauener Rathauses klar. Unter dem Titel "Geldanlage - aber sicher" hatte eine Finanzfachfrau der Verbraucherschützer aus Leipzig über Finanzdienstleistungen für Senioren gesprochen. Aus der Veranstaltung hätten sich viele Folgegespräche in der Plauener Beratungsstelle am Oberen Steinweg ergeben, ergänzt Frau König.

 

"Die Unsicherheit der Anleger ist mit Händen zu greifen." Es würden sogar ältere Ratsuchende vorbeischauen, die einen Teil ihres Ersparten mitbrächten. So groß ist das Misstrauen gegenüber den Banken. Hier etwas mehr Vertrauen aufzubauen, sei wichtig, wenn auch schwierig. Positiv bewertet dabei die Gesprächspartnerin die gesetzlichen Verbesserungen beim Einlagensicherungsfonds. Seit dem 30. Juni dieses Jahres würden die Sparer deutlich besser gestellt. Dabei stieg die Haftungsgrenze für Einlagen auf 50 000 Euro pro Sparer. Also bis zu dieser Höhe ist das Ersparte sicher.

 

Die bisherige Selbstbeteiligung des Sparers in Höhe von zehn Prozent wurde gestrichen. Als Einlagen gelten Gelder auf dem Girokonto, ebenso wie auf Tagesgeld- und Festgeldkonten. Aber auch Mittel, die auf Kreditkarten-Guthabenkonten geparkt sind, fallen darunter. Nicht zu vergessen sind die Beträge auf Sparbüchern, Banksparplänen und Sparbriefen. Mittelfristig wird die Höhe der Einlagensicherung sogar noch erhöht, informiert Frau König weiter. Zum 31. Dezember 2010 steigt die Summe dann auf 100 000 Euro. Allerdings: Wer sein Geld beispielsweise in Dollar oder anderen vermeintlich lukrativen Fremdwährungen investierte, fällt nicht unter diesen Schutz. Die Einlagensicherung gilt nur für Geldanlagen in Euro.

Abschließend empfiehlt Plauens Verbraucherschützerin mit Blick auf die neuen gesetzlichen Regelungen: Keinesfalls das Geld bei Schwierigkeiten der Bank abrupt abheben. Denn gerade eine solche Panikreaktion könne erst die Katastrophe eines Kreditinstituts heraufbeschwören. Nur ein bestimmter Betrag, der für den Monat benötigt werde, sollte von einem Girokonto abgebucht werden, wenn man nicht Einlagen bei anderen Banken besitzt. B. Walther