Urteil zu manipulierten Spielautomaten

Verfahren eingestellt hieß es, am Donnerstag, am Amtsgericht Plauen. Verhandelt wurde das "Verwirrspiel" um manipulierte Automaten.

Plauen - "Das Verfahren gegen die drei Angeklagten wurde eingestellt. Im Falle des Technikers mit einer Geldauflage von 1500 Euro", erklärte Richter Michael Rüsing gestern auf Anfrage.DemTechniker wurde angelastet, er habe zumindest erkennen können, das mit den Automaten Geld verdient wurde. Der als Zeuge geladene ehemalige Geschäftsführer des No. 1, sein Stellvertreter und ein technischer Sachverständiger für Spielautomaten mussten nicht mehr als Zeugen vernommen werden. Der verhandelnde Richter und der Staatsanwalt waren sich einig, das Verfahren einzustellen.

Worum ging es? Angeklagt waren drei ehemalige Mitarbeiter der No.1-Spielotheken, zwei Frauen (50 und 54 Jahre) aus Plauen und Oelsnitz und ein 43-jähriger in Plauen wohnhafter Mann. Zu verantworten hatten sie sich wegen unerlaubter Veranstaltung eines Glücksspiels in mehreren Fällen. Gegenstand der Verhandlung damals waren Spielautomaten, die in verschiedenen Spielotheken in Plauen, Auerbach und Delitzsch aufgestellt wurden in den Jahren von 2006 bis 2008. Laut Anklageschrift waren bei diesen Spielautomaten Verluste von mehr als 80 Euro in der Stunde möglich.

Das gilt als unerlaubtes Glücksspiel in mehreren Fällen. Bereits während der ersten Verhandlung am 14. Februar 2012 beteuerten die Angeklagten ihre Unschuld. Man habe lediglich Anweisungen des Chefs befolgt, das ordnungsgemäße Spiel überwacht, die Gewinne ausgezahlt. Vom unerlaubten Glücksspiel wusste man nicht. Das sahen Richter und Staatsanwalt wohl ähnlich und plädierten für Einstellung des Verfahrens - im Falle der beiden Frauen ohne Auflage, im Falle des Technikers gegen Zahlung von 1500 Euro, die das Urteil annahmen. Gegen die beiden ehemaligen Führungskräfte der No.1-Spielothek läuft unabhängig davon ein Ermittlungsverfahren am Landgericht Chemnitz. Marlies Dähn