Urteil erwartet: Prozess um Misshandlung von Krippenkindern

Zwei Erzieherinnen sollen Krippenkinder misshandelt haben - ein Fall, der seit Anfang Dezember vor dem Amtsgericht Gera verhandelt wird. Am Mittwoch wird nun ein Urteil erwartet.

Gera/Pöllwitz - Der Prozess gegen zwei Kindergärtnerinnen aus dem ostthüringischen Pöllwitz, die Kinder in einen dunklen Raum gesperrt und zum Essen festgebunden haben sollen, steuert auf sein Ende zu. Nach Angaben des Amtsgerichts Gera soll am Mittwoch noch eine Zeugin gehört werden, bevor Anklage und Verteidigung ihre Plädoyers halten und das Schöffengericht sein Urteil spricht. Die Zeugin soll gegenüber dem Kindergarten gewohnt haben und könnte etwas von den vorgeworfenen Misshandlungen im Kindergarten "Spatzennest" mitbekommen haben.

Im Prozess hatte die heutige Leiterin des Kindergartens demonstriert, wie eines der Krippenkinder zum Essen an seinem Stuhl festgebunden gewesen sein soll. Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes hatte ihre Eindrücke von einer Hospitation geschildert, wonach die Hauptangeklagte mit dem Mädchen überfordert gewesen sei, obwohl es aus Sicht der Zeugin unauffällig war. Laut Anklage sollen zudem Kinder zum Essen gezwungen und in ein enges Laufgitter gesperrt worden sein. Der Vorwurf lautet auf Nötigung und Körperverletzung und bezieht sich auf die Jahre 2011 und 2012.

Die beiden Frauen, die nicht mehr in dem kommunalen Kindergarten tätig sind, haben die Vorwürfe bestritten. Das Mädchen sei nur zu seiner eigenen Sicherheit an den Stuhl gebunden worden, weil keine geeigneten Stühlchen zur Verfügung gestanden hätten, hatte eine von ihnen zum Prozessauftakt unter anderem erklärt. Das Verfahren gegen die ursprünglich mitangeklagte heutige Leiterin des Kindergartens war gegen Zahlung von 600 Euro eingestellt worden. dpa