Uralter Brunnen wird verfüllt

Gegen 11 Uhr rollten gestern die ersten beiden Mischer auf dem Schlossberg in Plauen an. In den Trommeln rotierten jeweils sieben Kubikmeter spezieller Flüssigboden. Mit der wasserundurchlässigen Masse wurde der uralte Brunnen auf dem Baustellengelände verfüllt.

Von Gabi Kertscher

Tillmann Boldt, Geschäftsführer der SEB Baugesellschaft mbH aus Ilmtal-Weinstraße, erklärte, dass die Masse sich bei Bedarf wieder mit einfachen Werkzeugen ausbauen lasse. Das Verfüllen ist aufgrund des Neubaus des Multifunktionsgebäudes auf dem Campus notwendig. Die Entscheidung wurde vom Landesamt für Archäologie in Dresden getroffen.


Im Vorfeld dazu wurde der Brunnen vermessen und dokumentiert. Plauens Chef-Bergknappe Gert Müller bestätigte, dass ein Alter des Bauwerks nicht festgestellt werden kann. Es sei lediglich sicher, dass der Brunnen bereits vor dem Stadtbrand 1548 vorhanden war. Im Zuge des Wiederaufbaus des Schlosses 1675 wurde er das erste Mal überbaut. Nach wie vor hat er einen Wasserspiegel von etwa zwei Metern.


Es wurde errechnet, dass der Brunnen eine Gesamttiefe von 23 Metern haben und bis auf das Niveau der Syra reichen muss. Für die Errichtung des neuen Gebäudes müssen 12 Meter Bohrpfähle gesetzt werden. Tillmann Boldt sprach von 70 Kubikmetern Füllmasse, die in der nächsten Wochen, mit Abständen eingebracht wird.


An vier Tagen werden bis zu 21 Kubikmetern verfüllt, anschließend muss sich die Masse setzen und es wird überprüft, ob eventuell Flüssigkeit in den Kellern der Bergknappen austritt.
"Es ist bedauerlich, dass der Brunnen verfüllt wird. Allerdings auch für die Umsetzung des Projektes Multifunktionsgebäude notwendig", gab Dagmar Groß zu verstehen. Die Mitarbeiterin der Unteren Denkmalschutzbehörde der Stadt Plauen beschrieb das zukünftige Aussehen des Fußbodens: "Es wird eine Eindeckung mit Ortterrazzo geben. An der Stelle des Brunnens werden Natursteine verlegt, auf denen auf den Brunnen hingewiesen wird." Eine Abbildung wird die Daten widerspiegeln.