Unterführung in Plauen soll mit Graffitis attraktiver werden

Der Besucher Plauens, der vom Oberen Bahnhof zu Fuß kommend, den Weg gen City beschreitet, passiert "ihn" unter dem Eindruck als wäre es ein Nichtwillkommen heißen in der Stadt der Spitze: der Fußgängertunnel. Das Objekt ist ein Schandfleck und richtige Abhilfe nicht in Sicht.

Plauen - Die Hinweisschilder und Treppenbereiche sind beschmiert, die Wände im Innern ebenso, die Decken wirken an manchen Stellen unsicher, die Beleuchtung scheint duster, jeder, der durch die Straßenunterführung am Oberen Bahnhof geht, versucht, schnell wieder aus dem Tunnel rauszukommen. Vor mehr als 20 Jahren noch bestanden im Tunnelbereich ein halbes Dutzend Schaukästen und im Tunnelbereich mit Ausgang Stadtseite eine Galerie samt Schaufensterbereich. Die Schaukästen wurden zugemauert, die Galerie verschwand. Der Tunnel wurde ein Ort, an dem es sich gut und unerkannt "vandalieren" ließ und bis heute lässt.

Dabei hat die Stadtverwaltung schon des Öfteren Ansätze unternommen, dass das Bauwerk wenigstens schlicht und ordentlich aussieht. Bürgermeister Manfred Eberwein sagte auf Anfrage des Vogtland-Anzeigers: "Der aufgezeigte Deckenbereich der Fußgängerunterführung am Oberen Bahnhof wurde in den vergangenen Jahren schon mehr oder weniger provisorisch instand gesetzt." Wobei es bisher keine Pläne gab, umfangreicher und entschiedener das Problem anzugehen, so damalige Informationen seitens der Gebäude - und Anlageverwaltung (GAV) Plauen.

Das Problem im Besonderen ist die Feuchtigkeit in dem Bauwerk, wissen die Experten. "Die Abdichtung über der Stahlbetondecke ist nicht funktionsfähig, so sind immer wieder Nässe- und wie ersichtlich eben auch Frostschäden zu verzeichnen. Die Sanierung der Abdichtung des Unterführungsbauwerks in diesem Bereich ist eine Tiefbauinvestition, die entsprechend zu planen wäre", sagt Eberwein. Es sei aber beabsichtigt, über den Städtischen Bauhof von einer Fachfirma ein Angebot für Ausbesserungsarbeiten im Tunnel einzuholen, um die Situation vielleicht zumindest zu entschärfen, heißt es vom Baubürgermeister.

Wann könnte das realisiert werden? "Dies wäre gebenenfalls noch im zweiten Quartal des Jahres möglich, wenn sich die Kosten im Rahmen einer Reparatur halten", antwortete Manfred Eberwein. Um dauerhaft Vandalismus zu behindern, ist seitens der Stadtverwaltung beabsichtigt, die Unterführung für eine gezielte Graffiti-Gestaltung zur Verfügung zu stellen. Dafür müssten mit entsprechenden Künstlern und Jugendlichen noch Gespräche geführt werden. Zumindest ist seit einer Woche der Dreck und das Laub des vergangenen Herbstes, das sich massig im Tunnel angestaut hatte, beseitigt worden. Doch der Tunnel, ein öffentlicher Raum, bleibt ein Ort des Grauens, den die Passanten schnell durchgehen und der als Willkommensgruß für Fußgänger vom Oberen Bahnhof gen Zentrum laufend weiter nicht einladend ist.

Das Bürgerforum Plauen hat die Situation kürzlich ebenfalls kritisiert. Auf der Facebook-Seite des Forums heißt es dazu: "Wer so etwas nicht in den Griff bekommt, braucht keine Rathausfassade und kann seinen Arbeitsplatz frei machen für Leute mit Herzblut für Plauen!" Auf der Plattform wird eifrig über die Unterführung diskutiert. "Gruselig" und ein "Armutszeugnis" sei der Zustand der Unterführung. "Da will man am liebsten weiterfahren", so einige Stimmen. va