Unruhe wegen Windrad-Plänen

Ein neues Windrad auf der Zaulsdorfer Höhe will die Firma EAB New Energy GmbH aus Großschirma errichten.

Zaulsdorf - "EAB will von Anwohnern Durchleitungsrechte für neue Windkraftanlagen mit 120 Meter Nabenhöhe erwerben. Grundbesitzer haben mich über diesen Vorgang mit Sorge informiert. Die Anwohner sind von diesen Plänen auf keinen Fall begeistert", teilt Volksvertreter Arndt Doll aus Zaulsdorf per E-Mail mit. "Es wird Zeit, dass Licht ins Dunkel gebracht wird. Die Firma spielt nicht mit offenen Karten", meint er in einem Telefongespräch.

Der Naturschützer und Gemeinderat kämpft seit Jahren um die Stilllegung der drei Windräder auf der Zaulsdorfer Höhe. Mehrfach kritisierte er Havarie-Anfälligkeit, Lärm vor allem zur Nachtzeit und die Störung durch die Schlagschatten der Anlagen. Der Gemeinderat von Mühlental hat sich kürzlich gegen die Ansiedlung weiterer Windkraftanlagen sowohl am Standort als auch im Gemeindegebiet ausgesprochen.

"Angedacht am Standort der drei Nordex-Windräder ist eine weitere Anlage", gibt EAB-Projektleiter Lars Richter Auskunft. Entstehen soll sie nördlich in größerem Abstand zur Wohnbebauung. Ausmaße und Leistung seien noch nicht definiert. "Wir können uns vorstellen, die Anlage bis zur derzeit möglichen Maximalhöhe von 140 Metern zu bauen oder sie an die bestehenden Anlagen mit einer Höhe von etwa 96 Meter anzugleichen", erklärt Richter. Zeitplan? "Ende 2014 wäre ideal", meint er. Zur Zeit sei EAB New Energy als Projektträger mit Investoren im Gespräch.

Die Gespräche, welche die Firma derzeit mit Grundeigentümern führe, drehen sich aber zunächst um das Betretungsrecht für die benötigte Fläche. Erst wenn diese Frage geklärt sei, mache es Sinn, sich um die Durchleitungsrechte zu kümmern. "Drumherum kann weiterhin Landwirtschaft stattfinden", sagt Richter. Das Projekt stecke im Vorstadium. Wenn die Grundstücksfrage geklärt sei, will sich EAB New Energy mit der Gemeinde Mühlental in Verbindung setzen. Der ablehnende Grundsatzbeschluss zu den Windrädern ist Richter bekannt. Doch er verweist auf den gültigen Regionalplan, welcher das Unternehmen auf die Projekt-Idee gebracht habe. Das Gesetzesdokument lasse am Standort Zaulsdorf bis zu fünf Windräder zu. Eine weitere Anlage zu errichten, sieht Richter deshalb als machbar an. Die Autobahnnähe sei eine weitere günstige Voraussetzung.

Die neue Regionalplanung, die im Entwurfsstadium steckt, werde kaum vor 2015 Gesetz, zeigt sich der Fachmann überzeugt. "Wir sind um Akzeptanz bemüht. Die neue Anlage soll ein Bürgerwindrad werden. Sie soll sich ins Landschaftsbild einfügen und mit den bestehenden Anlagen ein einheitliches Bild ergeben", versichert Richter. Hoffnungsvoll blickt er auf Entwicklungen wie die Gründung der Energiegenossenschaft in Markneukirchen. Widerstand gegen die Windkraft sieht er auf wenige Bürger beschränkt.

Die Entwicklung der EAB-Unternehmensgruppe begann laut ihrer Website mit der 1991 gegründeten Heliotec Energiesysteme GmbH im sächsischen Freiberg. Sie habe 1994 begonnen, die ersten Windkraftanlagen im Freistaat zu errichten und bisher 231 Windkraftanlagen in Deutschland und im Ausland gebaut. 2007 bildeten sich zwei selbstständige Unternehmen mit der EAB New Energy GmbH und der EAB Projektmanagement GmbH. Die New Energy gehört zur international tätigen EAB New Energy Group mit acht eigenständigen Firmen in sechs Ländern. R.W.