Uni-Außenstelle in Plauen will dritten Studiengang

 

Plauen - Grafikdesign und Illustration sind die Studiengänge der Westböhmischen Universität Pilsen mit ihrer Außenstelle in Plauen.

 

Isabel Hahn (22) und Julia Hanske (21) besuchen diese seit eineinhalb Jahren und haben nun die letzte Prüfung des dritten Semesters abgelegt. Für alle, die es den beiden gleich tun wollen gab es am Dienstag einen Tag der offenen Tür im Gebäude an der Rückertstraße.

Dabei konnte sich nicht nur über den Ablauf eines Studiums informiert werden, sondern auch gleichzeitig die Kunstwerke bestaunt werden, die von den Studenten seit Gründung des Instituts geschaffen wurden. Auch die Prüfungen bestehen vorwiegend aus praktischen Teilen, erklären die beiden jungen Frauen. Dabei gäbe es oft längere Projekte, die viel Zeit in Anspruch nehmen.

Eines der schwersten Fächer sei wohl Kunstgeschichte, da müsse so viel gelernt werden. Sonst haben sie ihre Entscheidung keine Sekunde bereut. Sie wollten beide in ihrer Heimat bleiben. Außerdem sei es sehr interessant, wie die tschechischen Dozenten hier an der Plauener Außenstelle der Plzener Universität unterrichten. "Sie haben einen ganz anderen Blick. Während die meisten Deutschen sehr akkurat sind und auf jeden kleinen Strich achten, geht hier viel aus dem Handgelenk. So wirkt alles lebendiger und es eröffnen sich ganz neue Perspektiven", ist Isabel Hahn begeistert. Wo genau der Weg nach dem Abschluss hingehen soll, ist noch offen. Denkbar wäre aber ein Masterstudium, um an das Gelernte anzuknüpfen.

Als die Außenstelle 2008 eröffnete waren einige, insbesondere finanzielle Faktoren noch ungeklärt.

Die Studenten studieren zwar in Deutschland, gehören aber zu einer ausländischen Universität, die nach den Hochschulgesetzen der Tschechischen Republik und der Studienordnung der Westböhmischen Universität geführt wird. Da dies eine Ausnahmesituation ist, gab es dazu auch keine Berücksichtigungen im Gesetz. So gab es beispielsweise bei den BaföG-Anträgen Probleme. Politiker verschiedener Parteien setzen sich immer wieder für die Institution ein und auch die Stadt Plauen gab Unterstützung. Angedacht sei die Erweiterung auf einen dritten Studiengang.

 

Von Stephanie Rössel