Unglücks-Sprung: Unfall im Bad

Ein schwerer Unfall hat sich Samstag im Freibad Klingenthal ereignet. Ein junger Mann verletzte sich am Kopf beim Sprung von einem Turm.

Klingenthal - Ein Rettungshubschrauber flog den Verletzten in ein Krankenhaus. Die Verletzungen sind erheblich, denn der junge Mann wurde mit dem Einsatzwagen die nur wenigen Meter bis zum Rettungshubschrauber gefahren und dort mit größter Vorsicht in den Hubschrauber verlegt. Der Hubschrauber hatte kurz nach 19 Uhr zur Landung im Freibad angesetzt und hob kurz nach 19.30 Uhr wieder ab. Rettungswagen und Notarzt waren bereits vor Ort. Auskunft will fast keiner zu dem Vorgang geben: Die Polizei weiß nichts nach eigenem Bekunden von einem Unfall, der Klingenthaler Bürgermeister ist nicht erreichbar, Hauptamtsleiterin Inge Schneider verweist auf die Wasserwacht, die im Bad eine Veranstaltung abgehalten habe - im Bad, das nach ihren Worten seit 2. September offiziell geschlossen ist.

Bademeister Jörg Zander: "Das gehört nicht an die Öffentlichkeit." Stellung bezieht später jedoch Frank Meinel, der Vorsitzende der Klingenthaler Wasserwacht. Man bedaure den Zwischenfall sehr. Es sei ein Badeunfall gewesen, der rein gar nichts mit der zweitägigen Veranstaltung der Wasserwacht zu tun gehabt habe. Durch Eigenverschulden und Leichtsinn sei es zu diesem Unfall gekommen, bedauert Meinel das Geschehen. Eingeladen hatte die Wasserwacht in Zusammenarbeit mit einer Dresdener Event-Agentur kurzfristig zum zweitägigen Blobbing ins Freibad Dürrenbachtal am Wochenende. Für diesen Nervenkitzel der besonderen Art wurde die Badesaison um zwei Tage verlängert. Kenner sprechen von einer neuen Trendsportart mit großem Spaßfaktor.

Wie funktioniert Blobbing? Von einem mehr als fünf Meter hohen Turm springen ein oder mehrere Personen auf ein großes Luftkissen, an dessen anderem Ende ein Mutiger sitzt: Durch den Aufprall aufs Kissen wird er regelrecht in die Luft katapultiert - und fliegt in hohem Bogen ins Wasser. Zur Sicherheit tragen alle Teilnehmer Schwimmwesten und Schutzhelme. Alles hat gut geklappt. Der Wettbewerb war beendet, ein Teil der Leute hatte sich ins Festzelt begeben, als ein Teilnehmer auf eigene Faust ungeschützt einen weiteren Sprung wagte und sich schwer verletzte. Die Fun-Sport-Veranstaltung im Freibad wurde am Sonntag fortgesetzt. H. Schlangstedt/U. Faerber