Ungewisse Zukunft für Stadtsanierung in Plauen

Plauen - Die Stadtplaner von Plauen schauen in eine ungewisse Zukunft. Der Geldhahn von Bund und Land wird in den nächsten Jahren für die Instandsetzung und Sanierung der städtischen Bausubstanz nicht mehr wie bisher Fördermittel fließen lassen.

In den nächsten Jahren laufen entscheidende Förderprogramme für die Stadtsanierung aus. "Der Bund zieht sich immer mehr zurück", sagt Stadtumbauexpertin Antje Härtl. Künftig stehe damit der Freistaat Sachsen stärker in der Pflicht. Es ist absehbar, dass es in Zukunft wohl deutlich weniger Förderprogramme und damit finanzielle Unterstützung für die Stadtsanierung geben wird, so die Stadtplaner. "Ein Betttuch wird auch nicht größer, wenn an allen vier Ecken jemand zieht", meint Härtl. Ungewiss schaut auch Gabriele Schaufel von der Stadtplanung Plauen auf die kommenden Jahre: "Wir bekommen kaum noch Geld. Es gibt noch keine klare Struktur, wie es in den nächsten Jahren aussieht." Sicher ist, der so genannte Sanierungsstau wird größer. Schon heute komme man beispielsweise beim Straßenbau nicht mehr nach.

"Aber wir wollen nicht ins Jammern verfallen. Bei der Gebäudesanierung ist viel passiert - da sind wir gut", sagt Schaufel und nennt mit dem Stadtbad, der Jugendherberge "Alte Feuerwache", dem Malzhaus, der Alten Elsterbrücke und der Berufsakademie Plauen (BA) einige Bauwerke, die in den letzten Jahren dank Fördermitteln instandgesetzt werden konnten.

Die weitere Sanierung der Stadt hängt in den kommenden Jahren nicht nur von der Bereitstellung von Fördermitteln, sondern auch maßgeblich vom Haushalt der Stadt Plauen ab. Bisher flossen Fördermittel in der Regel für die Projekte, weil auch ein hoher Eigenanteil durch die Stadt erbracht wurde, erklärt Gabriele Schaufel. Die angespannte Finanzsituation der Stadt Plauen und die noch vagen Förderbedingungen in den kommenden Jahren lassen auch einige Projekte in der Spitzenstadt wackeln. Dazu gehört unter anderem die Sanierung der Kaiserstraße. Die Planungen für das Vorhaben laufen, ein genauer Baustart rücke aber derzeit in die Ferne, heißt es. Längst in der Schublade liegt auch das Tourismusprojekt, in der Altstadt ein Innovationszentrum für Spitze und Stickerei zu errichten. Eine Erlebniswelt für die Plauener Spitze sollte geschaffen werden. "Die Finanzierung ist hier momentan absolut unklar", so Schaufel. Wann das Hoffnungsprojekt für die vogtländische Stickereibranche wieder Fahrt aufnimmt, könne aktuell nicht gesagt werden.

Mit den noch in Aussicht gestellten Fördergeldern sollen vorrangig die begonnenen Projekte abgeschlossen werden. Dazu gehöre das Vogtlandmuseum, das Vogtlandtheater und das Rathaus. Finanziell gesichert sei auch die momentan laufende Sanierung der Schillerstraße.  In der letzten Woche hat Sachsens Innenminister Marcus Ulbig bei einem Besuch in Plauen weitere rund vier Millionen Euro Projektförderung aus dem Bund-Länder-Programm "Städtebauliche Sanierung- und Entwicklungsmaßnahmen" der Stadt überbracht. Es könnte sicher vorerst der letzte Betrag in dieser Größenordnung gewesen sein. Plauen ist seit 1991 mit dem Gebiet "Altstadt" in dem Programm und erhielt seitdem rund 22,6 Millionen Euro für die Stadtsanierung.  Die beschlossene Summe soll vorrangig für den Umbau des ehemaligen Horten-Kaufhauses zum künftigen Hauptsitz des Vogtlandkreises genutzt werden. Rund 160 000 Euro davon fließen in die weitere Sanierung des Vogtlandtheaters, erklärt Schaufel.

Aus dem ebenfalls auslaufenden Förderprogramm "Stadtumbau Ost" bekommt Plauen noch einmal 1,3 Millionen Euro. Dieses Geld wird sowohl für städtische Bauvorhaben zur Verbesserung des Wohnumfeldes als auch für die Sanierung von Gebäuden privater Eigentümer eingesetzt, sagt Stadtplanerin Gabriele Schaufel. Einen wesentlichen Anteil daraus erhalten auch die Wohnungsbaugesellschaft Plauen (WbG) und die Wohnungsgenossenschaft (AWG). Die AWG nutzt das Geld unter anderem für die Modernisierung eines Plattenbaus auf der Straße der Deutschen Einheit.