Ungeklärte Fragen an der Pöhl

Helmsgrün - Den Anwohnern des Bellwitzbaches in Helmsgrün stinkt?s: Das Bächlein schäumt schlierig und trägt sein übel riechende Fracht in Richtung der Pöhl. In der Nähe des FKK-Strandes mündet das Gewässer in die Talsperre. Messungen haben zu hohe Werte ergeben - Ammonium, Phosphat, organische Bestandteile. "Und der Sauerstoffgehalt ist zu gering", sagt Anja Lorenz von der Talsperrenverwaltung.

Das Problem des Bellwitzbaches beginnt an der alten LPG, in der die Lehmann Maschinenbau GmbH eine neue Biogasanlage gebaut hat. Deshalb fand gestern ein Lokaltermin statt: Auf Wunsch von Firmen-Chef Thilo Lehmann hatte die Talsperrenverwaltung auch die Untere Wasserbehörde des Vogtlandkreises eingeladen. Wie Frau Lorenz berichtet, hat Lehmann das Gelände 2007 gekauft. "Wir vermuten, dass Altlasten in Fragen kommen für die Probleme, vermutlich zwei alte Silogruben", sagt sie und berichtet von Sanierungsarbeiten Lehmanns bis Ende August. "Wir hoffen, dass das Problem dann gelöst ist."

Laut Lorenz kam bei dem Lokaltermin nicht zur Sprache, dass es schon früher Ärger mit dem Bellwitzbach gab: Anlieger Ludwig Stöckel hat nach eigener Aussage vor einem Jahr das Umweltamt des Vogtlandkreises alarmiert wegen schmierigen Schaums. "Nach einer halben Stunde waren drei Mann da und haben gesagt, dass es sich nur um Wasser handelt", berichtet der 77-jährige Landwirt, nach dessen Worten "solcher Ärger in 30 Jahren LPG nie vorgekommen" ist.

Stöckel und sein Nachbar Werner Flach denken, dass das Problem mit dem 1977 gebauten Regenüberlaufbecken und zwei verlandeten Oxydationsteichen zu tun hat auf dem LPG-Gelände. Das Regenüberlaufbecken sei total verschmutzt und wenn es überlaufe, fließe die Brühe in den Bellwitzbach, da die Oxy-Teiche nichts mehr aufnehmen können. "Wir vermuten sogar, dass über Pfingsten das Regenüberlaufbecken abgepumpt wurde - zu Lasten des Bellwitzbaches", sagt Flach. Er und Möckel berichten, dass am Dienstag der Bach geflutet wurde. Gerüchte sagen sogar, dass Leute mit Besen Spuren im Bach beseitigt haben. "Davon wussten wir nichts", sagt Frau Lorenz von der Landestalsperrenverwaltung.

Auch Pöhls Bürgermeister Friedhard Kaul hat keine Ahnung. "Herr Flach hat mich informiert, aber ich hatte noch keine Zeit mich um das Problem zu kümmern." Was sagt die Firma Lehmann Maschinenbau GmbH? Der Chef sei ortsabwesend, deshalb gebe es vor Freitag keine Auskunft.

Und die Wasserbehörde? Informationen des Landratsamtes gab es am 28. Mai erstmalig Beschwerden. Es sei sofort reagiert worden - mit dem Ortstermin sechs Tage später. "Abwasserpilze und Geruch wurden bestätigt", wobei gestern keine Einleitung mehr festgestellt werden konnte. "Mit dem vermutlichen Verursacher wurde Kontakt aufgenommen und Sofortmaßnahmen eingeleitet." ufa