Ungebrochenes Interesse am neuen Erich-Ohser-Haus

Plauen - Ein würdiger Platz und ein ganzes Haus für Erich Ohser. Der berühmte Sohn der Stadt wäre sicher wie viele Plauener stolz über das neue Galeriegebäude.

 

Das neue Erich-Ohser-Haus in der Plauener Altstadt erfährt seit seiner Eröffnung vor rund sieben Wochen ein bisher ungebrochenes Interesse.

Dr. Elke Schulz, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des neuen Domizils für den umfangreichen Nachlass des weltweit bekannten Zeichners Erich Ohser (1903-1944), zeigt sich überaus zufrieden mit dem breiten Zuspruch in den ersten Tagen. "Der erste Monat ist als außerordentlicher Erfolg zu beurteilen. Die Resonanz ist ausgesprochen positiv, sowohl im Hinblick auf die Gestaltung des Hauses, als auch in Bezug auf die beiden Ausstellungen", sagt die Kuratorin dem Vogtland-Anzeiger auf Anfrage.

 

Viel Anerkennung für das neue Haus bekommt Elke Schulz auch aus vielen persönlichen Gesprächen mit Besuchern und den Einträgen im Gästebuch mit. Viele zeigen sich überrascht über das schöne, gelungene Haus und über die Ausstellung. Angenommen werde das Erich-Ohser-Haus von den Plauener und von überregionale Gäste gleichermaßen. Als "Kleinod", "Schmuckstück" und "Schatzhaus" wird die neue Perle an der Nobelstraße 7. von vielen Besuchern bezeichnet. "Wir haben einen enormen Zuspruch auch hinsichtlich des Interesses an Führungen zu verzeichnen." Um die Bekanntheit weiter zu steigern, sind zusätzliche Bemühungen angelaufen, auch überregionale Medien auf das neue Erich-Ohser-Haus aufmerksam zu machen, sagt die Expertin.

Mit wie vielen Besuchern im Jahr gerechnet werden kann, könne noch nicht genau gesagt werden, meint Elke Schulz. In den ersten Wochen nach der Eröffnung am 24. September kamen täglich zwischen 15 und 20 Personen und an den Wochenenden zwischen 20 und 30 Personen. "Inwiefern sich das stabilisiert, lässt sich jetzt noch nicht vorhersagen." Einen wahren Besucheransturm verzeichnete das Museumshaus am Tag der offenen Tür einen Tag nach der Einweihung. Mit rund 1000 Gästen wertet die Museumsmitarbeiterin den Schautag als großen Erfolg.

  Die Kunsthistorikerin bekommt aus den Reaktionen mit, dass viele Plauener auch Stolz auf das Geschaffene sind. Von einer hohen Identifikation und von Enthusiasmus seien die Meinungen getragen, sagt Elke Schulz. Sie erforscht den seit 2004 in Plauen befindlichen Nachlass des bekannten Künstlers und will auch mehr Licht in Ohsers Wirken in der Nazi-Zeit bringen.  Das neue Erich-Ohser-Haus zeigt auf drei Ebenen anschaulich das Können von Erich Ohser. Die gegenüber den alten Ausstellungsräumen auf der Bahnhofstraße besseren Platzverhältnisse bieten erstmals auch die Möglichkeit, die volle Bandbreite des Zeichners würdig zu präsentieren. Von einer neuen Qualität der Ehrung, ist die Rede. Für die aufwendige Instandsetzung und Sanierung des Hauses sind rund 700 000 Euro investiert worden.

 

Etwa 170 Arbeiten sind in der aktuellen Ausstellung "Erich Ohser - Der Zeichner seiner Zeit" zu sehen. Die Eröffnungsschau läuft noch bis Ende März 2011. Im Anschluss soll sich eine Ausstellung den Künstlerfreundschaften von Ohser widmen.