Unfreiwillige Auszeit für Betriebe

Unfreiwillig arbeitsfrei haben seit Anfang der Woche manche Beschäftigte: Das Hochwasser legte den Produktionsablauf in einigen Betrieben lahm.

Strassberg/Mylau/Lengenfeld - Eine Menge Schaumküsse, Waffeln und Süßwaren seien durch das Wasser aus der Göltzsch unbrauchbar geworden, meldet die Nawarra GmbH Mylau. Rund 10 Zentimeter hoch stand das Wasser in manchen Produktions- und Lagerräumen. Seit Montag ruht dort die Produktion - rund 20 Beschäftigte helfen mit, das Wasser abzupumpen.

Die Keller voll Wasser, die Heizungsanlage nun kaputt, aber die Produktion läuft: Diese Bilanz zieht Petra Schöttner, Chefsekretärin in der Filztuchfabrik Rodewisch - in Lengenfeld direkt an der Göltzsch gelegen. "Trotzdem sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen. Das Wasser ist bis knapp vor's Bürogebäude gelaufen." Die Belegschaft pumpte seit Samstagabend Wasser ab - großer Dank gilt der Lengenfelder Feuerwehr und dem Betrieb Dotzauer, der einen Haufen Schotter anfuhr und damit dem drohenden Brechen eines Dammes Einhalt gebot.

Zum Glück habe es keine Produktionsschäden gegeben, sagt man in der Filztuch als auch bei der Vogtlandmühlen GmbH Straßberg. Geschäftsführerin Petra Gerber: "Wir können die Schäden noch nicht abschätzen, aber Getreide und Mehl wurden nicht beschädigt." Derzeit funktioniere die Elektrik nicht, es gebe keinen Strom, weshalb die Produktion ruht. "Ich bin unendlich dankbar für den hohen Einsatz der Feuerwehr und die beispiellose Hilfe der Straßberger. Ohne Ende wurde abgepumpt, Sandsäcke gefüllt, Tee gekocht", so Frau Gerber.

Wie hoch der Wasser-Schaden wirklich ist, ermittele ein Gutachter, den Jürgen Nitsche, Betriebsleiter bei Pongs in Mühltroff, am Dienstag erwartete. Garne und Stoffe sind bei Pongs teilweise verdorben, und der Fahrstuhl ist kaputt. "Wir dachten, dass wir schon hochwassersicher gebaut haben, aber wir hätten für diese Fluten den dreifachen Hochwasserschutz gebraucht", konstatiert Nitsche. Ab Mittwoch hat auch der Freizeitpark Plohn wieder geöffnet. Alle verfügbaren Mitarbeiter beräumten bis Dienstag Wasser und Schlamm von Wegen und Wiesen, schütteten Kies auf. Die Floßfahrt im Urzeitdorf sei vor allem überspült worden und daher noch gesperrt. "Der Plohnbach war ein reißender Strom", sagt Geschäftsführer Lutz Müller. Und: Dieses Jahr lief so mies, wie bisher keines. "Außer Spesen nix gewesen." cze