Unfreiheit bekommt Platzverbot

Ja, die Schauspieler wirkten vielleicht nicht ganz so professionell, wie man sie sonst auf der Bühne des Plauener Theaters kennt - die Sprache war vielleicht nicht ganz so klar und deutlich. Doch beides hatte einen berührenden Hintergrund.

Von Ingo Eckhardt

Plauen - Die knapp hundert Besucher der Kleinen Bühne des Vogtland Theaters erlebten eine ganze Menge Herzblut und eine riesige Spielfreude im Stück "Die seltsame Geschichte von den Hindernissen, die aus dem Weg geräumt wurden", das am Sonntag quasi zum Abschluss der großen "Voll normal"-Aktion des Inklusionsnetzwerkes Vogtland seine Aufführung fand. Das Inklusionsprojekt entstand im vergangenen Jahr in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Auerbach und der Theaterpädagogik im Theater Plauen-Zwickau und wollte Menschen mit und ohne Behinderung verschiedenen Alters zusammenführen. Entstanden ist ein heiteres Theaterstück, das auf phantastische Weise zeigt, wie im tatsächlichen Sinne im täglichen Leben Hindernisse aus dem Weg geräumt werden können. Das Projekt wurde von der Aktion Mensch unterstützt und handelt von einer wundervoll bunten Stadt mit bunten Menschen, die von findigen Geschäftsleuten umgewandelt werden soll. In der paradiesischen kleinen Stadt wohnen zwanzig bunte Menschen, die sich für vieles und auch füreinander interessieren. Frau Müller mit ihrem Imperium aber will aus der Stadt eine gigantische Müllhalde machen, denn Müll hat schließlich Zukunft. Die Menschen der kleinen Stadt eher aber nicht - sie werden von der neu gegründeten Präventionsbehörde bedroht, vereinzelt, verdrängt und weggesperrt. Corraggio, Klara und Elisabeth leisten Widerstand. Unterstützt werden sie dabei von der Hüterin der Freiheit und ihren magischen Wesen. 
Gemeinsam und mit kleinen Schritten gelingt es ihnen, den Zwang, die Bevormundung, die Beschränkung, also die Unfreiheit zurückzudrängen. In wunderbarem Zusammenspiel agierten vor ebenfalls buntem Publikum behinderte und nicht behinderte Menschen. 
Theaterpädagogin Steffi Liedtke agierte beinahe unmerklich als Souffleuse und der Applaus in jedem Fall war (mindestens) so groß wie bei Schauspielen der Profi-Schauspieler.