Unbändige kindliche Vorstellungskraft

Plauen - "Ich habe ein Leben gebraucht, um zu sehen und zu malen, wie ein Kind". Von keinem geringeren als Pablo Picasso stammt diese Erkenntnis, dem genialen, spanischen Maler, der wie kein anderer Künstler der Kunstgeschichte eine solche Vielfalt in Form und Inhalt in seinem Oeuvre aufweist.

 

Oskar Zaumseil, der Gewinner des e.o.plauen-Nachwuchspreises im Handzeichnen im Jahr 2006, ist unglaublich jung, sieht und malt er schon jetzt wie ein Kind - oder noch? Die Ausstellung seiner chaotischen Phantasiegeburten, die am Donnerstag im Best Western Hotel am Straßberger Tor eröffnet wurde und bis 31. März 2010 zu sehen ist, legt Zeugnis ab von des Künstlers unbändiger, kindlicher Vorstellungskraft.

Sein fotografisches Konterfei in groß, inmitten seiner Werke, zeigt ihn mit verschmitztem Blick, als fragte er: "Na, was meint Ihr?" Oskar Zaumseils naive Welt erscheint in vielen Variationen der Malerei, wobei die zeichnerische Darstellung dominiert. Er arbeitet mit wechselnden Materialien wie Kreide, Blei-, Farb- und Filzstiften oder Kohle und lässt in seine Werke einfließen, was ihm seine grenzenlose Erfindungsgabe diktiert. Auf diese Weise entstanden Kombinationen mit Fratzen, Uhren, Sägezähnen, Spuren, Zahlen, Gebäuden und endlos vielem mehr, Bilder, unbenennbar, voll überschäumender Lust am Umgang mit Stift und Farbe.

Nach der Begrüßung der Gäste durch die Direktorin des Hauses, Christine Zetzsche, begleitete Peter Hochel, Galerist der Galerie im Malzhaus, die Ausstellungseröffnung mit der Laudatio. Der Künstler selbst konnte aus gesundheitlichen Gründen allerdings nicht zugegen sein, dafür erschien dessen Mutter, Frau Zaumseil, die ebenfalls als Künstlerin aktiv ist. Sie sprach über ihren Sohn, über seinen unermüdlichen Maleifer, dem er täglich Rechnung trägt, über seine sehr eigene musische Entwicklung innerhalb des künstlerisch wirkenden Elternhauses, über seinen Mut, mit seiner Kunst an die Öffentlichkeit zu gehen. Auch in diesem Jahr ist er einer der Teilnehmer im Wettbewerb um den e.o.plauen-Nachwuchspreis, insofern korrespondiert diese Präsentation mit der gestern durchgeführten Preisverleihung der Sieger des diesjährigen Wettstreites im Malzhaus.  I. Schenke