Umgestaltung des Plauener Rathauses: Ring frei zur öffentlichen Debatte über die drei Preisträger

Die Wettbewerbsjury hat getagt, die Sieger sind bekannt und nun haben die Plauener die Gelegenheit, in den nächsten Wochen ihre Meinung zu den drei gleichrangigen Preisträgern zu äußern, bevor im Frühjahr der Stadtrat im geplanten Fortgang den Weg für einen Vorschlag frei macht. 

"Leipzig 1" von bhss architekten: "Ein modernes und zeitgemäßes Rathaus haben wir gewählt", sagt Uwe Schumann vom Architektenbüro. Ein Lichthof ist vorgesehen mit dem durch den großzügigen Eingangsbereich ein Bürgerforum entstehe. Sollte dieser Entwurf umgesetzt werden, wäre dies mutig, so Schumann.

"Leipzig 2" von RKW Architektur + Städtebau: Überzeugend, klassisch, ruhig und mit einer modernen Sprache sei der Vorschlag, beschreibt Daniela Hegner vom Büro. Als gebürtige Plauenerin hat sie einen besonderen Bezug.

"Leipzig 3" von atelier st: Ein ins Stadtbild passendes und doch eigenständiges Gebäude mit hohem Wiedererkennungswert und überraschender Großzügigkeit, so erklärt Architekt Fabian Onneken seinen Entwurf.

Plauen - Vor einem Jahr haben die Plauener über drei Varianten zur Umgestaltung des Rathauses diskutiert: Nachbau, Umbau oder Neubau hieß es. Nun stehen erneut drei Vorschläge im Raum. Die ausgezeichneten Architekturbüros aus Leipzig haben völlig unterschiedliche Vorstellungen und Ideen abgegeben. Modern, gewagt, klar und mit historischer Anlehnung oder eigenständig und auffällig sind die verschiedenen Arbeiten. Es soll der Entwurf gebaut werden, der den meisten Zuspruch bekomme, so Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer. "Es ist nicht mein Ehrgeiz, dass mein Favorit umgesetzt wird."

Barrierefreiheit bemängelt

In der Sitzung des Stadtrates gestern sind die drei Preisträger vorgestellt worden. Die Fraktionsvorsitzenden von SPD und CDU Rainer Maria Kett sowie Hansjoachim Weiß verwiesen auf die im Entwurf fehlende Barrierefreiheit. "Der Treppenbereich fällt überall auf", so Weiß. Menschen im Rollstuhl oder mit Gehbehinderungen müssten weiter den Seiteneingang benutzten. Oberdorfer entschärfte die Kritik. Dies sei ein Punkt, der noch geänderte werde. Weiß forderte außerdem, eine Kostenschätzung für die drei Vorschläge bekannt zu geben. Peinlich sei es, wenn bei der Abstimmung herauskomme, dass es große preisliche Unterschiede gibt. "Wenn wir es uns nicht leisten können, hätten wir diesen Wettbewerb nicht angeschoben", begegnete der Oberbürgermeister. Die Fördermöglichkeiten seien gut. Dreiviertel der Summe könnten darüber abgedeckt werden, so der OB. 

"Architektur besteht immer aus innen und außen", sagt der Plauener Architekt Silvio Lux. Dies sei bei der Bewertung der drei Entwürfe zu bedenken, so der Wettbewerbsleiter. Von den teilnehmenden 30 Büros hatten 24 Arbeiten eingereicht. Am 26. Februar wird die Jury zu ihrer abschließenden Sitzung zusammenkommen.

Die Stadtverwaltung will bei einem Bürgerforum am 3. Januar ausführlich die drei Preisträger noch einmal vorstellen. Die Veranstaltung im Großen Saal beginnt 19 Uhr. Der Vogtland-Anzeiger schaltet zu den drei Vorschlägen ab sofort erneut eine Telefonumfrage, um die Meinung der Leser zu erfahren.

Peter Schmeißer: "Es überzeugt mich keiner der Entwürfe hundertprozentig. Am besten finde ich noch den modernen mit den schmalen Fenstern. Was mich bei allen stört ist, dass keiner so richtig an einen behindertengerechten Eingang gedacht hat."

Dietmar Rose: "Ich würde sagen, die Jury hat gut ausgesucht. Die Arbeiten sehen sehr interessant aus. Ich habe mich in einen Entwurf verliebt, der dem historischen Gebäude am nächsten kommt. Ich denke, das wird er."

Johannes Scholler: "Der eine Entwurf sieht aus wie eine Scheune. Da gefällt mir das Dach nicht. Bei einem vermischen sich zwei Stilrichtungen, die sich nicht stören. Das finde ich gut. Auch das Gebäude ragt nicht zu empor wie bei den anderen Arbeiten. Da wirken die Dächer schmucklos und erschlagen einen."

Ramona Martin: "Eigentlich hat mir am Anfang der historische Entwurf gefallen, aber wenn man sich etwas damit beschäftigt, finde ich den gewagten Vorschlag am besten."

Renate Wünsche: "Mir gefällt der Entwurf wo die Türme so schön zur Geltung kommen. Dieser bietet viele Möglichkeiten, besitzt eine große Öffentlichkeit und ist lichtdurchflutet."

Günter Hager: "Mein Favorit ist der Entwurf mit der Dachterrasse - interessant sind aber alle drei Arbeiten."

Welcher ausgezeichnete Entwurf des Wettbewerbes ist Ihr persönlicher Favorit? Der Vogtland-Anzeiger hat zur Abstimmung ab heute wieder einen Telefon-TED geschaltet. Alle gleichrangigen Preisträger-Büros kommen aus Leipzig und haben daher zum leichteren Verständnis die Titel "Leipzig 1", "Leipzig 2" und "Leipzig 3" bekommen.

Hotline: 0137-68 66 8 66*

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