UFO-ALARM im Vogtland: Zeppelinmodell notgelandet

Bruchlandung eines Zeppelins auf einem Oberneumarker Feld: Das zunächst als Ufo oder "unbekanntes Flugobjekt" bezeichnete Modell-Luftschiff sorgt seit Sonntag für Gesprächsstoff.

Neumark - Die Dörfer um Neumark scheinen Luftschiffe magisch anzuziehen. Im September 1930 landete der berühmte "Graf Zeppelin" in Brunn bei Neumark - nun, 88 Jahre später, die 7 Meter lange Miniatur eines Luftschiffes. Unfreiwillig weggeflogen ist das "Schiff" dem Schönbacher Thomas Krause - Diplom-Ingenieur für Automatisierungstechnik und Modell- Tüftler. Quasi von selbst hat sich das mit Helium gefüllte Luftschiff auf Jungfernfahrt begeben. "Ich hatte das Schiff in meiner Scheune aufgebaut, um die Motoren zu testen.

Da das viel Wind macht, musste der Test bei geöffneten Toren sein. Kurzzeitig wurde ich von meinem vierjährigen Sohn abgelenkt, als sich das Seil löste und mein Luftschiff durch das Scheunentor davon flog", schildert der 35-Jährige, der an der TU Chemnitz Elektrotechnik studierte, dort für einige Zeit wissenschaftlicher Mitarbeiter war, nun in einer Reichenbacher Elektrotechnik-Firma arbeitet und nebenbei an seiner Erfindung für ferngesteuerte Luftschiffe (www.sachsenluftschiffe.de) tüftelt.

Krause setzte sich ins Auto und fuhr seinem Zeppelin nach. Der stieg immer höher, bis ihn der Neumarker aus den Augen verlor. Kurze Zeit später muss die Plastikhülle in der Luft geplatzt sein - auf dem Feld des 47-jährigen Christian Müller in Oberneumark ging das Luftschiff nieder. "Ich habe das restliche Helium rausgedrückt und die Hülle samt Technik mit nach Hause genommen", erzählt der Finder. Montagfrüh startete Müller einen Such-Aufruf via Vogtland-Radio. Wenige Zeit später nahm Zeppelin-Besitzer Krause Kontakt zum ehrlichen Finder auf. "Die Hülle und einiges mehr nahm Schaden - ein Rückschlag für mich", so Krause, der aber nicht aufgibt. Er experimentiert daran, Luftschiffe bis zu 9 Metern Länge als eine Art Drohne einzusetzen für Umweltmonitoring und Videoaufnahmen aller Art. "Luftschiffe schweben ganz ruhig, vibrieren nicht, können länger oben bleiben als andere Flugobjekte", sagt Krause. Verletzt wurde bei der Notlandung niemand - dennoch prüft die Polizei eventuelle luftfahrttechnische Verstöße. Cornelia Henze