Über den Wolken

Der Luftsportverein Greiz-Obergrochlitz machte am Sonntag Lust aufs Fliegen - mit Erfolg.

Greiz - Der 1920 gegründete Verein zählt 29 Mitglieder und lud zum Tag der offenen Tür ein. "Vier Schüler zwischen 14 und 18 Jahren bekundeten ernsthaftes Interesse", berichtet Rudolf Gester, ein 70-jähriger Plauener, der vor 20 Jahren mit dem Segelflug begonnen hat - und nach eigenen Worten bis heute davon fasziniert ist. Kein Wunder, dass auch seine Frau ein großes Herz für den Luftsport hat und dass die erwachsene Tochter Stefanie ebenfalls das Fliegen zum Hobby gemacht hat:
Die Wirtschaftspsychologin ist zudem mit dem Hobby-Flieger (und Diplom-Informatiker) Dimitrij verheiratet - das Paar wohnt und arbeitet in Stuttgart und war ebenfalls Gast des Tages der offenen Tür beim Greizer Verein: Das junge Paar hatte sein Segelflugzeug "Zugvogel" mitgebracht, ein Modell von 1957. Entworfen hat es der Konstrukteur Rudolf Kaiser: Das Stahlgerippe ist mit Stoff ummantelt. Das Flugzeug wiegt 250 Kilogramm und kann 100 Kilo Zuladung aufnehmen: Eine Person.
 Das Segelflugzeug ist eines der wenigen, die so gebaut wurden - und erhalten sind. Neu aufgebaut wurde es im Jahr 2008. Aus der ursprünglichen Farbe Orange wurde es in Gelb umgespritzt. Stefanie und Dimitrij Gester nennen es Eheflugzeug. Stefanie Gester ist Fluglehrerin und bildet angehende Piloten aus. Heutige Segelflugzeuge bestehen meist sind aus Glasfaser und sind in Handarbeit gefertigt. 
Einige Besucher nutzten am Sonntag die Gelegenheit für einen Schnupperflug über den Wolken auszunutzen. Die Landebahn in Greiz ist 800 Meter lang. Im Verein gibt es drei Segelflugzeuge, einen Motorsegler und ein Schleppflugzeug. Im Jahr 2020 steht das nächste Jubiläum an - 100 Jahre Flugplatz Greiz. vub