Turnhallen-Konzerte erleben Neuauflage

Im vergangenen Jahr berichtete der Vogtlandanzeiger über das interessante Projekt "Klassik für?s Dorf" und machte dabei auch auf die beiden Musikidealisten um Jan-Peter Warnke, Mathias Erler und USA-Mäzen Mr. Anthony Nobles aufmerksam, die die alte Turnhalle in Fraureuth am Rande des Vogtlandes vor der Abrissbirne retteten und kurzerhand mit Hilfe des ganzen Dorfes in einen Konzertsaal umwandelten.

 

Das Projekt ging am Samstag in die zweite Saison. Prof. Dr. Warnke informierte das Publikum, dass die schöne Idee der Turnhallenkonzerte nun durch die Gründung eines "Kunst- und Kulturfördervereins Fraureuth" sanktioniert ist und Profil gewinnt - die nächsten beiden Konzerte sind mit Gästen aus Frankreich, Japan und Deutschland bereits in Sack und Tüten. Diesmal war der 31-jährige litauische Pianist Vadim Chaimanovich Gast.

 

Er ist Meisterschüler von Peter Rösel an der Dresdener Musikhochschule, hat jedoch bereits eine ansehnliche Zahl von Wettbewerbspreisen in Europa und den USA abgeräumt. Das von ihm vorgestellte Programm offenbarte nicht nur die Virtuosenbegabung des jungen Künstlers, sondern mehr noch eine erstaunliche musikantische Gestaltungsintensität:

 

Er ist ein ausgesprochener Mendelssohn-Typ, nicht die kleinste Nuance musikalischen Ausdrucks auslassend, in feinsten Differenzierungen gestaltend. Was er spielte, war in seiner Mimik, oft introvertiert mit geschlossenen Augen spielend, visuell nachvollziehbar.

Tatsächlich waren die Mendelssohn-Stücke die Highlights seines Programms, vor allem die "Variations serieuses" op. 54 - er meisterte diese berühmten 17 Variationen, ein Meisterwerk Mendelssohns und der musikalischen Romantik überhaupt, ebenso brillant wie ausdrucksstark, das war überzeugend, mitreißend!

 

Als wolle er beweisen, dass exzellente Virtuosität für ihn kein Problem ist, lies er als Abschluss die effektvollen Schubert-Czerny-Variationen über den Sehnsuchtswalzer op. 12 vorüberrauschen und erntete zu Recht begeisterte Standing Ovations. veho