Tunnel am Oberen Bahnhof weiter zum Gruseln

Plauen - Ein Jahr ist vergangen, als der Vogtland-Anzeiger bei der Stadtverwaltung nachfragte, was mit dem Fußgängertunnel am Oberen Bahnhof passiere. Die Anfrage wurde jetzt erneuert und beantwortet. Als Passant des Tunnels kann sich jeder Plauener und Gast indes selbst eine Meinung bilden.

 

Man stelle sich vor, man kommt in diesen Tagen als Tourist via Eisenbahn oder Bus in Plauen an, um danach Plauen einen Tagesbesuch abzustatten. Der Weg führt unweigerlich durch die meist menschenleere Empfangshalle des Oberen Bahnhofs stadteinwärts, abwärts Richtung Fußgängertunnel. Dieser erweist sich als ein dunkles Gewölbe mit dreckigen Treppen, mit vielen Scherben, Hundekot, beschmierten Hinweisschildern gen City und drinnen im Dunkel immerhin mit Lampen, die einen dreckigen Weg und dreckige Wände beleuchten. Zudem stinkt es, soblad es wärmer wird, nach Urin und Dreck. Und schlimmstenfalls denkt sich der Besucher: O Gott, was ist das für eine Stadt?

Was geschieht in diesem Jahr mit dem Tunnel? Sind bauliche, wenigstens kosmetische oder sonstige Veränderungen geplant? Diese Frage stellte der Vogtland-Anzeiger der Plauener Stadtverwaltung vor einem Jahr wegen eben dieses Bauwerks am Eingang der Plauener Fußgängerzone gen Bahnhofstraße. Die damalige Antwort tendierte in die Richtung, dass man das Problem kenne und Änderungen plane. Aufgrund der Ortsbegehung mit obiger Beschreibung wiederholten wir die Frage Anfang dieses Jahres.

Die Antwort erfolgt von Peter vom Hagen, Chef der Gebäude- und Anlagenverwaltung (GAV): "Bereits im Vorjahr wurden im oberen Teil des Tunnels in zwei Abschnitten die Decken instand gesetzt, gespachtelt und gemalert, sowie neue Leuchten angebracht. Im unteren Teil sind bereits die Leuchten angebracht, dort muss noch gemalert werden. Wegen einer undichten Decke, durch die es tropfte, wurden diese Arbeiten auf 2011 verschoben. Nun wird sie in diesem Jahr abgedichtet und dann übermalert. Im Bereich direkt unter dem Roten Würfel müssen vorher Absprachen mit dem Besitzer des Gebäudes erfolgen, da diese Decke zum Roten Würfel gehört." Das werde die GAV in absehbarer Zeit klären, dann werde auch dort die Beleuchtung erneuert, fügt vom Hagen an. Was bei der Beantwortung allerdings fehlt, ist die der Stadt gut zu Gesicht stehende "Aufhübschung" eines wichtigen Zugangsweges.

 

Übrigens sah der Durchgang in den 1980er Jahren so aus: Im Tunnel befanden sich ein halbes Dutzend regelmäßig aktualisierter Schaukästen verschiedener Institutionen - unter anderen des Theaters, des Jugendklubs und anderer Vereine und am Beginn des Durchgangs zur Stadtseite befand sich eine Galerie mit Ausstellungen, die nach der Wende einem Reisebüro wich. Bahn- und Busreisende würden einen attraktiveren Zugang zur Stadt sicher honorieren - und sei es durch Mund-zu-Mund-Propaganda.     Frank Blenz