Trumpf sind die Fachleute

Er werde wohl im Unternehmen kaum noch vermittelbar sein, scherzte der Standortleiter von MAN, Andre Körner, der den Mitgliedern des Wirtschaftsförderungsausschusses am Montag einen Blick hinter die Kulissen gewährte. Der Grund: Er setzte sich permanent für den Standort Plauen ein.

Von Torsten Piontkowski

Plauen Was die Stadträte per Powerpoint-Präsentation und im Showroom des Unternehmens zu hören und sehen bekamen, fällt zweifellos unter die Rubrik "Warum in die Ferne schweifen..." Plauen, so der Chef des Unternehmens mit dem etwas sperrigen Namen MAN Truck & Bus SE, Bus Modification Center, sei der Anfang tiefgreifender Veränderungen in der Busproduktion gewesen. Und diese habe nicht nur schöne Facetten gehabt, spielte er auf die Turbulenzen der letzten Jahre an, als auch "sozialverträgliche Änderungen" stattfanden. "Dass wir 2020 hier stehen, war durchaus nicht selbstverständlich", sagt der gebürtige Mecklenburger, der 150 Mitarbeitern am Standort Plauen unter dem Dach des VW-Konzerns vorsteht.
Mit Infrastruktur punkten
Und das hat Konsequenzen, die der Manager als selbstverständlich einräumt: "Wir können in Plauen einen guten Job machen, die Entscheidungen werden letztendlich woanders getroffen." Und mit diesem Wissen machen sie einen durchaus guten Job im zweiten Jahrhundert ihres Bestehen - im Vorjahr wurde mit großem Bahnhof 100 Jahre Buskompetenz in Plauen gefeiert.Vor allem aber macht Körner mit den Geschäftsfeldern des Bus Modification Centers (BMC) bekannt. Dem Sonderfahrzeugbau, dem Logistikzentrum, der modernen Lackierungshalle und dem kompletten Ausbau eines Bus-Inneren nach (fast) allen Wünschen des Kunden.
Ausstattung für Kicker-Elite
Vor allem mit seiner Infrastruktur - einer der besten von MAN - könne Plauen konzernweit punkten: den großen Hallen und überdimensionalen Toren, der immensen Freifläche, vor allem aber mit den Menschen. "Hier arbeiten Menschen, die den Bus noch als Summe verstehen", sagt Körner und das dürfte wohl jedem Mitarbeiter wie Öl runtergehen.
Die präsentierte Übersicht, welche nationalen und internationalen Edel-Clubs aus den Bereichen Fußball, Basketball, Eishockey und etlichen anderen Disziplinen es sich in (ausgebauten) Bussen aus Plauen wohl gehen lassen, sorgt bei den Stadträten für sichtbare Verblüffung und veranlasst den fußballverrückten Stadtrat Bernd Stubenrauch, das Handy zu zücken. Schließlich werden auch die DFB-Kicker in "mad by Plauen" von Spiel zu Spiel kutschiert. Und was denen recht ist, kann dem usbekischen Präsidenten nur billig sein (freilich nur symbolisch) Der bestellte mehrere Exemplare und fand auch noch Gefallen an zwei kleineren, womit Körner auf ein weiteres Standbein des Plauener Standortes zu sprechen kommt: VANs. Für das Baugewerbe und Handwerk, für die Personenbeförderung, für Spezialanwendungen, also Fahrzeuge für die Feuerwehr, den THW. VANs seien sehr umbaulastig, sagt Körner und meint, dass jeder Kunde quasi sein eigenes Fahrzeug erhalte.
Kommune als Kunde?
Und da MAN Marktführer bei entsprechenden Ausbauten sei, liegt der Gedanke für den Manager nahe, in nicht allzuferner Zukunft auch mal mit der Stadtverwaltung ins Geschäft zu kommen, wenn es um die Neuanschaffung solcher Fahrzeuge für die Feuerwehr oder die Abfallentsorgung gehe.
Drogenpräventionsbus
Bis es soweit ist, macht Körner auf ein weiteres Projekt aufmerksam. Geplant sei ein von der Diakonie betriebener Drogenpräventionsbus für das Vogtland, der dann auch an vielen der 150 Schulen des Landkreises Station machen könne. VANs gewissermaßen zu Unikaten umzubauen, steht im Portfolio des Plauener Unternehmens am Leuchtsmühlenweg ganz oben. Wenngleich man sich auch hinsichtlich der "Großen" einen Kopf macht, der Cityliner und Skyliner. Beispiel: Bestimmte Beleuchtungsmodelle lassen die Wohlfühltemperatur der Insassen um gefühlt zwei Grad steigen.
Und dann sorgt Körners Antwort auf die Frage nach geeignetem Fachnachwuchs bei anderen Betriebsleitern wohl doch für Neid: Es habe sich herumgesprochen, dass MAN als eines der wenigen Unternehmen in Plauen Metall-Tarif zahle. Und ja, die Bewerbungsquote sei hoch, das Interesse künftiger Azubis ebenso.