Trotz Krise volle Auftragsbücher

Das Unternehmen Elektrotechnik in Plauen versucht sich der Krise so gut wie möglich entgegenzustellen. Geschäftsführer Robby Clemenz macht sich bereits Gedanken über das Danach.

Von Karsten Repert

Plauen Der größte Elektroinstallationsbetrieb im Vogtland hat seine Mitarbeiter nicht in Kurzarbeit geschickt. "Wir haben die Auftragsbücher rammelvoll und Kurzarbeit bedeutet, dass meine 93 Leute Geld einbüßen würden. Deshalb haben wir alle Anstrengungen unternommen, um irgendwie zusammen durch diese schwere Zeit zu kommen."
Geschäftsführer Robby Clemenz bedankt sich deshalb auch bei allen Auftraggebern, allen Mitarbeitern auf den 20 Baustellen in Sachsen und Franken und im Plauener Ladengeschäft, sowie "bei allen Menschen in unserem Land die dafür gesorgt haben, dass wir jetzt vergleichsweise gut dastehen", betont der Chef der Elektrotechnik. "Ich will nichts herunterspielen. Diese Zeit ist ganz schlimm für jeden von uns. Und manche trifft es knallhart. Aber ich finde, wir müssen nur mal zu unseren Nachbarländern schauen, um zu verstehen wie gut wir Deutschen das hier alles hinbekommen", sagt Clemenz. Und in seinem Unternehmen hat sich eine wesentliche Erkenntnis bereits durchgesetzt. "Wir sollten künftig lokale Geldkreisläufe anstreben, also beim Nachbarn kaufen und ihn stärken. Regional einkaufen bedeutet auch ein Stück Unabhängigkeit vom globalen Wahnsinn", stellt der Mittelständler fest.
Robby Clemenz hofft natürlich genau wie die anderen 17.000 kleinen und großen Gewerbetreibenden im Vogtland, dass es Ende April die ersten Lockerungen gibt. "Wir alle stöhnen derzeit unter den Einschränkungen. Lange durchhalten kann man das ohne große Verluste nicht", betont der Geschäftsführer. Und dennoch: "Ich finde, dass unsere Politiker das gut gemacht haben bis jetzt. Keiner von denen hat eine Pandemie erlebt. Es ist alles neu und oft vollkommen unklar. Wenn ich sehe, was in Italien, Spanien, Frankreich oder England abgeht, dann danke ich jedem verantwortlichem Menschen in unserem Land, dass wir hier keine chaotischen Zustände haben." Robby Clemenz fügt hinzu: "Dass wir diese Krise im Vergleich zu anderen Ländern bis jetzt einigermaßen erträglich hinbekommen, daran hat jeder Einzelne Anteil. Wir sehen jetzt, wie gut unser System im Ganzen funktioniert und auch, dass unsere hohen Steuersätze etwas bewirken, was der Allgemeinheit zugute kommt. Die Krise zeigt uns jetzt wie gut wir eigentlich sind."