Trommelwirbel für Schlagzeug

Der Club Zooma ist gerade wegen der Pandemie zu, doch für eine Musik-Videoproduktion öffnete Chef Erik Seifert die Tür seines legendären Szenelokals. Die Akteure, das Objekt: ein gefragter Schlagzeuger, eine Filmcrew aus Adorf, ein neuartiges Schlagzeug.

Von Frank Blenz

Dort, wo sonst bis in den frühen Morgen zu angesagter Musik getanzt, herrscht seit vielen Monaten Stille: Das Zooma in Plauen. Das Zooma wirkt wie ein vergessener Ort, die Säle, die kleinen Nebenräume liegen im Dunkel, die bei den Wochenendpartys und Konzerten in beeindruckenden Lichtinstallationen erstrahlen.


Aber jetzt? Es herrscht eine traurige Ruhe und Dunkelheit, die nun für einen Tag von eifrigen Leuten an Kameras und Fotoapparaten und einem Könner an einem Schlagzeug in lebhafte Lautstärke und Helligkeit verwandelt wurden, trotz aller Beschränkungen geht gerade in der Arbeitswelt das Leben weiter. So auch in der Musikbranche.


Das Foto-Video-Team ist aus Adorf angereist, für die Firma Gewa wird ein Film über ein neuartiges Schlagzeug gedreht und viel fotografiert. Hauptdarsteller ist Jost Nickel, ein überaus gefragter Schlagzeuger, der unter anderem schon für den Hamburger Rapper Jan Delay und für den Sänger Sascha trommelte.
Aktuell ist Nickel vor allem international unterwegs, wenngleich bei den Livemusikprojekten derzeit wegen Corona die Pausentaste gedrückt wurde. Josch Nickel arbeitet zudem als Dozent für das Schlagzeughandwerk an der berühmten Popakademie Mannheim. In Plauen agiert er als Anwender eines neuartigen Schlagzeuges (Drum). "Das Teil heißt Gewa G 9 Drum Station und ist elektronisches Schlagwerk für professionelle Anwender", erläutert Nico Nevermann, der Fachmann von Gewa für Schlagzeuge und für die Betreuung der Künstler.


Nickel ist sein Schützling, viele weitere des Business. Das Schlagzeug ist eine vogtländische Entwicklung mit Unterstützung weiterer Firmen, das Drum ist seit dem Frühjahr auf dem Markt, so Nevermann.
Cheffotografin Mandy Mellenthin hält die Momente des Arbeitstages, des Drehs mit ihren Fotos fest. Atmosphäre, Licht, Drummer Jost, die Szenerie - es macht einen bei der Durchsicht der Bilder Lust, wieder auf Konzerte zu gehen, in einen Club so wie der stets angesagte Zooma einer ist.


Kameramann Florian Döring aus Plauen ist für die bewegten Bilder zuständig. Nachdem Aufbau und Lichteinstellungen und Dramaturgie für das Video besprochen sind, alles aufgebaut ist und geprobt wurde, wird Einstellung für Einstellung gefilmt. Nach und nach setzt sich das Mosaik Drum-Video zusammen. Am späten Abend ist das "Ding im Kasten". "Nun werden alle Sequenzen, Details zusammengeführt und aus dem Rohmaterial das Ganze zum fertigen Video verarbeitet", sagt Producer Tizian Lederer.


"Ich habe mich sehr gefreut, dass wir hier in der schönen Location Zooma arbeiten durften. Der Ort hat eine besondere Atmosphäre, das besonderen Licht und der Klang sind klasse und es ist mein Lieblingsclub", meint Fotografin Mandy Mellenthin, während sie ihre zig Bilder auf ihrem Kontrollbildschirm noch mal Revue passieren lässt. Zu guter Letzt: Alle Beteiligten hoffen sehr, dass das Zooma und die Welt bald wieder auf hat.