Trommeln werben für Oelsnitz

Die Musik der Bläserklassen empfängt die Besucher schon auf der Straße. Das Julius-Mosen-Gymnasium hielt am Samstag die Türen offen - wie in jedem Jahr, bevor an den Grundschulen die Bildungsempfehlungen ausgegeben werden. Traditionell stellen sich alle Fachbereiche vor.

Lust auf Musik vermittelte die Trommelgruppe "Kreativ integrativ". Beratungslehrerin Sibylle Teichmeier hält im Rhythmus mit. Amtierender Leiter ist der Schüler Christoph Rösler aus der 8b, einer integrativen Klasse, in der zwei autistische Jugendliche unterrichtet werden. "In der 5. Klasse war es ein Experiment, doch inzwischen haben sich die beiden Schüler sehr gut entwickelt und gehören zu den Leistungsstärksten", erzählt Klassenlehrerin Beate Eckstein. Insgesamt lernen fünf Integrationsschüler am Gymnasium.

Mit der Trommelgruppe hat Christoph Kontakt zur Förderschule in Oelsnitz hergestellt und trommelte dort mit den Schülern in der Turnhalle. Das Projekt hat Spaß gemacht und half, soziale Erfahrungen zu gewinnen. "Christoph ist in der 8. Klasse erwachsen geworden", sagt Frau Eckstein voller Stolz. Der junge Mann engagiert sich außerdem in der AG "Streitschlichter". Die Arbeitsgemeinschaft vermittelt Ansprechpartner und hilft, Konflikte beizulegen, ohne dass sich die Lehrer einmischen.

Auch Geografie-Lehrerin Angela Ittner hat die Unterstützung ihrer Schüler, während sie im Fachkabinett ihre Unterrichtsangebote vorstellt. Carlos Bardtenschlager und Johannes Stirner aus der 5a helfen Melissa Heinze beim Ausfüllen des Geographie-Rätsels. Die Viertklässlerin ist mit ihrem Vater aus Neuensalz gekommen, um sich das Mosen-Gymnasium anzuschauen. Bereits umgesehen haben sie sich im Diesterweg-Gymnasium in der Spitzenstadt. Die Plauener Schule sei "aufs Allerfeinste ausgestattet", doch das sei nicht alles, findet Jörg Heinze. Die Oelsnitzer Schule erinnere ihn an den Film "Die Feuerzangenbowle", erwärmt er sich für Stil und Atmosphäre. Ein weiteres Argument spricht für Oelsnitz: "Die große Schwester besucht das Mosen-Gymnasium und ist top-zufrieden - und auch der Schülertransport passt".

Bianca Stief aus Plauen ist mit Loris auf den Gängen unterwegs. Für Mutter und Sohn ist die Bläserklasse interessant. Loris, der bereits Trompete spielt, könnte hier ab der Klasse 5 ein weiteres Instrument, zum Beispiel Schlagzeug, erlernen. Doch noch überlegen beide, wollen erst mal Übersicht bekommen. Wie im Taubenschlag geht es zu in der Schule. Gut gefüllt sind die Reihen in der Aula, wo eine Bläserklasse nach der anderen auftritt.

Für die vielfältigen Angebote steht auch der Schüler-Bibelkreis. Aus einem Fachraum tönt Gitarrenklang. Hier stellen sich die jungen Christen mit ihren Religionslehrern Christiane Beyer, Oliver Rohleder und der Referendarin Romy Summerer vor. "Der Bibelkreis wird von den Schülern selbst organisiert und trifft sich zweimal die Woche in der Pause. Die Gruppe ist seit diesem Schuljahr stark angewachsen", erzählt Rohleder.

Sowohl für Mandy und Thomas Völker aus Oelsnitz wie für ihre Tochter Annalena ist die Frage schon entschieden. "Ja, ich will", sagt die künftige Fünftklässlerin zum Mosen-Gymnasium und ihre jüngere Schwester Selina fügt für die Zukunft hinzu: "Ich auch". Das Elternpaar blickt gern auf die eigene Schulzeit, die 1997 mit dem Abitur endete. "Hier wird klassisch wissenschaftlich unterrichtet", lobt der Familienvater. Fünf Töchter wachsen inzwischen heran, die Jüngste kam im Juli auf die Welt.

"Sehr gut besucht ist der Tag der offenen Tür - wie gewohnt", stellt stellvertretende Schulleiterin Kerstin Lohse fest. Für die Schule mit ihren derzeit etwa 560 Schülern geht es darum, mit den neuen fünften Klassen mindestens wieder dreizügig ins nächste Schuljahr zu starten. Wenn am 9. März an den Grundschulen die Bildungsempfehlungen ausgegeben werden, haben die Eltern eine Woche Zeit, ihre Kinder im Gymnasium anzumelden. Dafür ist ein Notendurchschnitt von 2,0 erforderlich. In Ausnahmefällen kann am Ende des Schuljahres - nach einer Verbesserung der Leistungen - erneut eine Bildungsempfehlung der Grundschule eingeholt oder eine Aufnahmeprüfung am Gymnasium abgelegt werden.

Das gute Klima am Julius-Mosen-Gymnasium zeigt sich für Frau Lohse darin, dass viele Absolventen den Tag nutzen, um Lehrer und Bildungsstätte wiederzusehen. Für die künftigen Abiturienten und ihre Berufs- und Studienwahl haben Vertreter von Hochschulen, Universitäten und aus dem Arbeitsamt ihre Beratungs-Stände aufgebaut.