Tristan und Gisela haben Sachsen fest im Griff

Sachsen versinkt im Schnee - diesen Montagvormittag werden die Autofahrer nicht so schnell vergessen.

Leipzig/Plauen Kräftiger Schneefall hat am Montag den Straßenverkehr überall in Sachsen schwer beeinträchtigt. Laut Verkehrswarndienst wurden etliche Straßen wegen Schneeverwehungen gesperrt. Auf den Autobahnen 4 und 17 sorgten querstehende Lastwagen seit den Nachtstunden für Behinderungen, wie die Polizei Dresden mitteilte. Zudem sorgten dort Schneeverwehungen und böiger Wind zwischen Leipzig und Chemnitz für schwierige Straßenverhältnisse und schlechte Sicht. Die Polizei rief dazu auf, besonders vorsichtig zu fahren.
Schwer vom Schneechaos betroffen war die A72. Zahlreiche Lkw mussten kapitulieren und blieben liegen. Zwischen Treuen und Chemnitz kam es zeitweise zu Staus und stockendem Verkehr auf rund 70 Kilometern Länge. Allein bis zum Mittag registrierte die Polizei im Vogtlandkreis und im Raum Zwickau 25 Unfälle - glücklicherweise blieb es bei Blechschäden. Weit über 30 Zentimeter Neuschnee fielen im Vogtland und im Zwickau. Eiskratzer allein genügten nicht, um loszukommen. Der Plauener Winterdienst war ab 2 Uhr im Einsatz. Geräumt wurde nach Priorität, wie etwa die Stadt Plauen mitteilte. Als erstes sollten die Hauptverkehrswege freigeräumt werden. Wenn es stark schneie, könnten nicht alle Straßen und Fußwege gleichzeitig geräumt werden, erklärte die Stadtverwaltung.
Nicht viel besser erging es Zugreisenden. So wurde der Fernverkehr von und nach Leipzig bis mindestens mittags komplett eingestellt, wie eine Bahnsprecherin mitteilte. "Die Schneeverwehungen bereiten am meisten Probleme. Ist ein Teilabschnitt geräumt, wird an anderer Stelle wieder alles zugeweht", betonte die Sprecherin. Der S-Bahnverkehr in Leipzig war auf mehreren Linien eingestellt. In Dresden laufe der S-Bahnverkehr aber mit Verspätungen und Einschränkungen. Die Verbindung von Leipzig nach Halle ist laut der Bahnsprecherin derzeit mit der S-Bahn und von Leipzig nach Bitterfeld mit dem Regionalverkehr möglich. Schienenersatzverkehr sei auch nur sehr eingeschränkt möglich.
Der heftige Schneefall mit Verwehungen hat auch im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gesorgt. Am Montagmorgen war in Leipzig der komplette Straßenbahn- und Busverkehr eingestellt worden. "Die Schneeverwehungen machen uns am meisten Sorgen. Wenn eine Schiene freigeräumt wurde, kommt ein heftiger Windstoß und alles ist wieder zugestopft", erläuterte der Sprecher der Leipziger Verkehrsbetriebe Marc Backhaus auf Anfrage.
Ein normaler Regelbetrieb war an diesem tag nicht mehr zu erwarten. "Erst müssen Schneefall und Wind nachlassen. Dann räumen wir Strecke für Strecke frei", sagte Backhaus. Ziel sei es, zumindest einen Notbetrieb anzubieten. In Dresden verkehren dagegen nach wie vor alle Linien, wenn auch nicht fahrplanmäßig. "Die Fahrgäste müssen aber mit Einschränkungen und Verspätungen vor allem auf den bergigen Strecken rechnen", sagte der Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe Falk Lösch auf Anfrage. In der Landeshauptstadt bereiteten vor allem zugefrorene Weichen Sorge.
Sachsenweit waren die Winterdienste in vollem Einsatz, kamen aber zunächst kaum hinterher, die Straßen von den Schneemassen zu befreien.
Wegen des kräftigen Schneefalls sind am Montag die Müllabfuhren vielerorts ausgefallen. Der Landkreis Bautzen teilte mit, dass die Entsorgungsfahrzeuge wegen der "Einschränkungen und Gefahren für Personal und Material" in den Depots geblieben seien. Auch im Vogtland und im Landkreis Leipzig wurden die Sammeltouren gestrichen. Die Müllabfuhr soll nachgeholt werden, sobald sich die Lage normalisiert hat.dpa/red