Trifft es immer die Falschen?

Mittels so genannter Arbeitsmarktmentoren versucht man seit einiger Zeit in Sachsen, die Flüchtlinge besser in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

Von Ingo Eckardt

Plauen Das Wirtschaftsministerium Sachsen lässt sich das Projekt eine Menge Geld kosten. Was bringt das am Ende? Die Antwort gibt eine Ausstellung, die seit Mittwoch in der IHK-Regionalkammer Plauen zu sehen ist. Anhand einzelner Beispiele werden Erfolge aufgezeigt - so der eines jungen Arabers, der mittlerweile in Plauen in einem Security-Unternehmen eine Perspektive gefunden hat. "Es ist eine Win-win-Situation. Die Geflüchteten erhalten die Möglichkeit, eine Ausbildung zu absolvieren oder selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Die Firmen, die oft händeringend Mitarbeiter suchen, finden auf diesem weitgehend unbearbeiteten Markt neues Personal", sagt Projektleiterin Jeannette Haase-Pfeuffer, die beim Bildungsinstitut Pscherer eine der Arbeitsmarktmentorenstellen besetzt, auf einer flankierenden Veranstaltung mit dem Titel "Fachkräftesicherung durch Integration", zu der rund dreißig Gäste aus der Wirtschaft gekommen waren - auf Einladung von Sina Krieger, die bei der IHK Plauen das Referat Industrie & Außenwirtschaft leitet. Die Gäste kamen aus den verschiedensten Branchen, aus dem Handwerk, der Gastronomie, den haushaltsnahen Dienstleistungen und anderen Branchen. Am Tisch saß auch die Arbeitsagentur in Person von Michael Neudel, der den Bereich Markt & Integration verantwortet. zum Thema der Anerkennung von ausländischen Berufsabschlüssen, Feststellung von Kompetenzen und Qualifikationen sowie der Voraussetzung, die deutsche Sprache zu erlernen, äußerten sich Siegmar Degenkolb von der IHK und sein Handwerkskammerkollege Thomas Porst. Danach gab es Informationen der Arbeitsagentur zu Förderung und Unterstützung, bevor man ins Gespräch kam. Immer wieder wurde bemängelt, dass man als Firma kaum Sicherheit habe, wie mit den Flüchtlingen verfahren wird. "Es hat ja keinen Sinn, jemanden in die Firma einzubauen und immer damit rechnen zu müssen, dass der geduldete Flüchtling kurzfristig in seine Heimat zurück muss", so einer der Gäste. Michael Neudel entgegnete, dass man die rein rechtlichen Belange kaum beeinflussen kann. "Aber es stimmt, ganz häufig sind gerade gut integrierte Flüchtlinge, die in Arbeit sind, von Abschiebungen betroffen. Vermutlich weil das einfacher ist, diese aufzufinden", mutmaßt Neudel und kritisiert zumindest indirekt die zuständigen Behörden. Auch Jeannette Haase-Pfeuffer kann von diesem Thema ein Lied singen. "Wir versuchen in solchen Fällen dann gemeinsam mit dem sächsischen Flüchtlingsrat und den Unternehmen Lösungen zu finden. Oft gelingt das auch, den gut integrierten Geflüchteten in ein reguläres Zuwanderungsverfahren einmünden zu lassen. Das wird ab Anfang 2020 hoffentlich einfacher, wenn es ein entsprechendes Zuwanderungsgesetz gibt", so die Arbeitsmarktmentorin. Ausbildung und Einarbeitung lohne sich für die Flüchtlinge aber in jedem Fall - gerade solche, die eine Ausbildung absolviert hätten, würden sich mit einem weltweit anerkannten dualen Berufsabschluss aus Deutschland in der Zukunft sicher leichter tun, eine berufliche Zukunft zu finden - egal wo auf der Welt