"Traumrausch"-Bus rollt

Ein mobiles Präventionsmobil soll im Vogtland in Zukunft gute Arbeit leisten. Gestern ist das Fahrzeug offiziell in seinen Einsatz gestartet.

Plauen Es war ein Projekt, an dem viele mitgewirkt haben. Das Diakonische Beratungszentrum Vogtland hat in dem neuen Suchtpräventionsmobil alle möglichen Ideen umgesetzt, um besonders Kindern und Jugendlichen die Themen Sucht und Rausch näher zu bringen und aufzuklären. Der Diakoniegeschäftsführer Dr. Hartmut Denkewitz freut sich sehr, dass das Projekt nun endlich vollendet wurde und sprach seinen ausdrücklichen Dank an alle aus. Unterstützt wurde dabei natürlich vom zuständigen Vogtlandkreis sowie finanziell von der Sparkasse Vogtland.
In Auftrag gegeben wurde der Bus im Jahr 2019. Die entsprechende Umsetzung erfolgte bei MAN Truck und Bus. Standortleiter Andrè Körner sprach von einem "geilen Projekt" an dessen Umsetzung viel Hoffnung und Freude gesteckt wurde. In und am ehemaligen Stadtbus mit Baujahr 2015, wurden gravierende Veränderungen vorgenommen. Die Außengestaltung war ein Resozialisierungsprojekt in Kooperation mit der Justizvollzugsanstalt Zwickau. Eine Kunst und Suchtgruppe brachte Ideen ein und entwarf ein sogenanntes "Bubble-System". In den bunten Blasen , die das Leben in einer Seifenblase darstellen sollen, wurde eine Suchtampel integriert. Die Themen Genuss, Konsum, Missbrauch, Gewöhnung und Abhängigkeit sind darin vertreten. Die Teilnehmer setzten dies auch grafisch um. Sogar Musik wurde dazu produziert. Das Lied "Gift" wurde zur Einweihung des Fahrzeuges gestern mehrfach vorgespielt und wird Teil des Ganzen bleiben. Ziel der Zusammenarbeit mit der JVA war, dass bei den Inhaftierten eine tiefere Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie in Bezug auf Sucht und Kriminalität erfolgen kann, das vielleicht der Anfang eines Veränderungsprozesses sein könnte.
Der Innenraum wurde mit acht verschiedenen Stationen ausgestattet. Beim "Sinnestraum" geht es um Genuss und Entspannung, an der "Rausch-Bar" steht das Thema Alkohol im Vordergrund. "Blut-Rausch" ist ein körpergroßer Monitor, der auf die Folgen der einzelnen Süchte eingeht. Illegale und legale Drogen stecken hinter dem Begriff "Rausch-Gift", der mit zwei Monitoren das ganze Gebiet veranschaulicht. Im "Rausch-Simulator" kann Fahren mit und ohne Alkohol ausprobiert werden. Das ist Dank hochmoderner Brillen möglich, die sogar Sekundenschlaf simulieren können. Bei der abschließenden "Rausch-Reise" ist es das Ziel die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den verlauf einer Suchtentwicklung zu vermitteln.
Besonders die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Beratungszentrums freuen sich über die neue Möglichkeit, denn Prävention sei nach wie vor ein großes und sehr wichtiges Thema und mit solchen Möglichkeiten sehr effektiv. sr