Träume aus Chrom in Reichenbach

Mit 68 Teams aus ganz Deutschland hat die 4. Auflage der "Vogtland-Classic" am Sonntag in Reichenbach den Fans von alter Technik einen echten Leckerbissen automobiler Geschichte geboten.

Reichenbach - Die Lust am alten Blech und der Geruch von verbranntem Benzin und Öl in Zeiten von Hightech-Fahrzeugen ist ungebrochen und so ließen die brummenden Motoren beim Start der 4. Vogtland-Classic die Herzen von Zuschauern und Oldtimer-Fans höher schlagen. 68 Fahrzeuge bis Baujahr 1975 waren auf dem Marktplatz von Reichenbach vor dem Start am Sonntagmorgen versammelt. Damit blieb das Oldtimerfeld leicht hinter den Erwartungen von Olaf Roth, Chef des ausrichtenden Oldtimerclubs Reichenbach, zurück. "Wir haben eigentlich mit mehr Teilnehmern gerechnet. Es besteht allerdings zurzeit ein Überangebot an solchen Veranstaltungen", resümierte der Organisationschef. "Dafür geht es familiär zu und wir haben hier ein super Ambiente."

Viele Raritäten gab es zu bewundern, wie der alte BMW DIXI DA2 des Jößnitzers Bernd Ebert. Zehn Jahre brauchte die aufwendige Restaurierung des Automobils aus dem Jahre 1929, einen Lizenzbau des DIXI der englischen Firma Austin. Der Typ 3/15 PS von Bernd Ebert gehört zu den ersten bei den Eisenacher Motorenwerken gebauten Fahrzeugen nach der Übernahme durch BMW. "Natürlich schraubt man nicht jeden Tag, außerdem sollte alles dem Original entsprechen und das braucht Zeit", so Ebert. Für Aufsehen sorgte auch ein Wartburg 313 in der Cabrio-Version. "Es wurden davon nur 446 Stück gebaut, das meiste in Handarbeit. Der Wagen ist Baujahr 1958 und war in einem fürchterlichen Zustand als ich ihn 1979 erwarb", erzählte Werner Hofmann aus Plauen. Gemeinsam mit Ehefrau Ilse nimmt der Plauener fast jedes Wochenende an Veteranen-Veranstaltungen in ganz Deutschland teil. "Die viele Restaurationsarbeit muss sich ja lohnen", lacht Hofmann.

Zur Motorradfraktion gehörten Ralf Krause aus Oberhermsgrün, der mit einer MZ RT 125 von 1962 anreiste und der Nürnberger Bernd Fischer mit seiner NSU OSL mit 250ccm und 12 PS. Beide Zweiräder überstanden die Strapazen der rund 80 Kilometer langen Fahrt. "Wir kommen immer wieder gerne, die Organisation ist perfekt und man lernt nette Leute kennen", freut sich Fischer "Die Hitze ist natürlich schon etwas belastend. Der Fahrtwind bringt da auch nicht viel Abkühlung."