Trägt Doppik Schuld am Millionen-Loch?

Wer ist schuld am Millionen-Haushaltsloch des Vogtlandkreises? "Die Doppik!" - behauptet Landrat Dr. Tassilo Lenk.

Plauen - "Keine Sau begreift die Doppik!" Mit diesem Satz überraschte Lenk am Mittwoch die zum Kreistagsvorgespräch geladenen Journalisten. Hieß es vor rund drei Wochen noch aus dem Munde von Kreiskämmerin Antje Hofmann, dass vor allem die gestiegenen Ausgaben im Bereich Jugend/Soziales schuld an der schiefen Finanzlage im Kreis seien, soll nun die doppische Haushaltsführung verantwortlich sein.

Das heißt: Der Landkreis hat sich 2012 von der Kameralistik verabschiedet und für 2013/14 erstmals einen Etat nach doppelter Buchführung geschnürt. Danach werden - wie früher unüblich - auch Schulden, Güter und Außenstände bilanziert, woraus sich die hohen Verluste ergäben.

Der Kreistag wird sich am Donnerstag mit einem Nachtrag in Höhe von rund 6,4 Millionen Euro befassen. Den Räten liegt eine Liste mit außerplanmäßigen Maßnahmen vor, die bisher finanziell nicht gedeckt sind. Sie reicht von Baumaßnahmen an Schulen und Asylbewerberheim über Pflichtaufgaben im sozialen Bereich (Schuldnerberatung, Heimerziehung, Behinderte) bis zu Zuschüssen für die Wirtschaftsförderung (Grüne Woche).

Bis zum Ende seiner Legislatur als Landrat wolle er einen klaren, manifestierten Haushalt seinem Nachfolger hinterlassen, so Lenk. Einen solchen Etat wolle er bis Mitte/Ende 2014 aufstellen und nochmals durch seine Kämmerin alle Einsparmöglichkeiten prüfen lassen. Vorerst will der Kreis jährlich 25.000 Euro bei der Schülerbeförderung sparen: Ab Schuljahr 2015 zahlt der Kreis nur noch für die nächstgelegene Schule (Oberschule/Gymnasium) des Wohnortes. Auch eine zusätzliche Beteiligung des Kreises am Vogtlandtheater Plauen wird abgelehnt. cze