Trabi-Rennen in Pausa hat Nachspiel vor Gericht

Mit einem Vergleich endete gestern der Rechtsstreit um einen Unfall, der sich im Juni 2009 beim 5. Trabant-Rennen in Pausa ereignet hatte: Eine Besucherin war in der Nacht zum 14. Juni kurz nach Mitternacht auf einer Wiese mit einem Bein in ein Rohr gestürzt. Sie trug schwere Verletzungen davon. Innenbandfraktur und Innenmeniskusriss zogen eine mehrmonatige Arbeitsunfähigkeit bis Oktober und eine Erwerbsminderung von 15 Prozent nach sich.

Die Frau verklagte den Trabant Club Pausa als Veranstalter auf 4000 Euro Schmerzensgeld, auf Erstattung 1469 Euro Verdienstausfall sowie auf Übernahme von Fahrtkosten und Aufwendungen im Umfang von 285,24 Euro.

Vereinsvorsitzender Lutz Jacob und drei Vorstandsmitglieder wiesen vor der Außenkammer Plauen des Landgerichtes Zwickau das Ansinnen der kurzhaarigen Mittdreißigerin aus der Erdachsenstadt zurück. Begründung: Die Wiese, auf der sich das Rohr mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern und einer Tiefe von zwei Metern befand, sei mit Zaun abgesperrt gewesen. Schon zuvor hatte Richter Jörg Reneberg festgestellt, dass die Klägerin wohl nicht den direkten Weg zum Toilettenwagen, sondern einen Umweg über die Wiese gewählt habe. Die Klägerin: "Zu der Zeit hatte gerade das Feuerwerk stattgefunden und daher standen auf dem Platz ganz viele Menschen. Deshalb mussten wir um diese Leute herum gehen."

Zum Unfall kam es möglicherweise durch die Verkettung unglücklicher Umstände. "Das Loch an dem Rohr haben wir nicht gesehen, sonst hätten wir es natürlich neu abgedeckt. Das hatte der Bauer, dem das Feld gehört, sicher mit dem Rotationsmäher beschädigt. Unabhängig davon stand aber der Absperrzaun. Den haben wir erst am Montag danach wieder abgebaut", sagte Jacob.

Beide Seiten hatten Zeugen benannt, die das Vorhandensein beziehungsweise das Fehlen des Zaunes bestätigen sollten. "Das größere Risiko sehe ich auf der Klägerseite. Wenn sich nachweisen lässt, dass der Zaun zunächst stand, kann der Beklagte für den eingetretenen Schaden kaum haften. Und er muss auch nicht alle fünf Minuten kontrollieren", sagte der Richter. Auf seine Anregung hin verständigten sich beide Seiten schließlich auf den widerruflichen Vergleich.

 

Danach zahlt der Trabi-Club 2000 Euro. Damit wären sämtliche Ansprüche der Pausaerin abgegolten. Jede Seite zahlt ihre eigenen Auslagen. Der Trabi-Club hat nun bis zum 8. Juni die Möglichkeit des Widerrufes. Die Entscheidung darüber dürfte wohl davon abhängen, ob die Versicherung der beklagten Seite den Vergleich mittragen wird. Sollte es dagegen zum Widerruf kommen, so wird das Verfahren wahrscheinlich im September mit einer umfassenden Beweisaufnahme fortgesetzt. Sven Gerbeth