Tourismusprojekt Erzgebirge-Vogtland

Wie steht es um das Tourismusprojekt Schönheide/Carlsfeld und Umgebung, das mit Hilfe historischer Eisenbahnen den Tourismus im Westerzgebirge und im oberen Vogtland in Schwung bringen will?

Tannenbergsthal - Dafür wurde von den beteiligten Gemeinden ein Projektmanagement eingerichtet, das seit Januar dieses Jahres in Trägerschaft der Gemeinde Steinberg arbeitet.

Bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates informierte Christian Sacher über den Stand der Vorbereitungen. Das Projektmanagement soll zunächst Machbarkeitsprüfungen durchführen und die Strukturen zur Projektumsetzung festlegen. Christian Sacher ist für die kaufmännisch-kommunikative Projektbetreuung zuständig.

Die Gemeinderäte hatten vor allem zwei Anliegen: Es muss bald etwas vom Projekt sichtbar werden. Und: werden die Kosten im vorgegebenen Rahmen bleiben? Christian Sacher erklärte, dass das bahnbezogene Tourismusprojekt in vier Etappen aufgeteilt wurde.

Etappe 1 ist besonders interessant für die Gemeinde Muldenhammer. Die bereits vorhandene Strecke von Schönheide Ost nach Muldenberg könnte bereits im kommenden Jahr wieder aktiviert werden. Hier gab es bis 1995 touristischen Verkehr. Bis Hammerbrücke fährt dort bereits der Wernesgrüner Schienen-Express. Die Strecke muss vom derzeitigen Endpunkt bis in den Bahnhof Muldenberg ertüchtigt werden. Auf etwa 200 Meter sollen Gleisanlage und Bahnsteig wieder eingebaut werden. Bisher ist die Gesamtstrecke über eine Sondergenehmigung als nicht öffentliche NE-Bahn mit touristischem Sonderverkehr nur für eine Gesamtlast von 12 Tonnen und rund 2500 Fahrgäste im Jahr zugelassen. Eine nachhaltige Ertüchtigung der Strecke für eine Achslast von 16 Tonnen ist geplant, um eine Erweiterung der Sondergenehmigung zu erhalten. Dann könnte bereits im kommenden Jahr dort ein Schienenbus für die Touristen unterwegs sein. Zunächst müssen die Fahrgäste noch umsteigen, um im Streckennetz weiter zu kommen.

Der Anschluss an das von der Vogtlandbahn genutzte Regionalbahnnetz über eine Weiche im Bahnhof Muldenberg wird erst als zweiter Schritt realisiert, da zunächst die Zustimmung von der DB-Netz AG eingeholt werden muss. Gemeinderat Christian Grimm wollte wissen, ob es bei den zugesagten Kosten bleibe. Ursprünglich hieß es, dass das Projekt, das auf 25 Millionen Euro geschätzt wird, zu 90 Prozent gefördert werde und die Kommunen nur zehn Prozent aufbringen müssen. Thomas Moldenhauer von der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) versicherte, dass man im Blick habe, dass die Gemeinden aus dem Projekt aussteigen würden, wenn die Kosten enorm steigen. Er wird demnächst im sächsischen Wirtschaftsministerium vorsprechen, um Rückhalt aus der Politik zu bekommen.

Die Etappe 2 des Projektes beinhaltet den Wiederaufbau der 1977 eingestellten Schmalspurbahn von Schönheide Süd nach Schönheide Mitte, Etappe 3 den Wiederaufbau der 1967 eingestellten Schmalspurbahn von Schönheide Süd nach Carlsfeld und Etappe 4 den Neubau einer Schmalspurbahn ab Stützengrün bis zur Wernesgrüner Brauerei. Christian Sacher stellte in diesem Zusammenhang Entwürfe vor. Für das Viadukt am Wilzschhaus hat die Stiftung Sächsische Schmalspurbahnen bereits 120 000 Euro Spenden gesammelt. Nun überlegt man, ob der Bau dieser Brücke aus dem Projekt ausgegliedert werden sollte. Das gesamte Projekt soll der touristischen Vernetzung der Region dienen.