Totschlag in Plauen: Erneute Revision im Totschlagsverfahren

Zwickau/Plauen - Das Strafverfahren gegen den in Plauen lebenden Sizilianer Giancarlo F., der vom Landgericht Zwickau wegen Totschlages in einem minderschweren Fall zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt worden war, geht in eine weitere Runde.

Auch nach diesem Urteil legten die Angehörigen des in einem Mietstreit mit einem Obstmesser erstochenen Sven N. Revision ein. Sie hatten das Verfahren als Nebenkläger. Der 62-jährige Sizilianer war bereits im September 2014 vom Schwurgericht zu einer Haftstrafe von neun Jahren verurteilt worden. Das Urteil hatte der Bundesgerichtshof jedoch kassiert und den Fall an eine andere Kammer des Zwickauer Landgerichtes zurück verwiesen. Die Richter am BGH sahen in dem Urteil eine mögliche Notwehrsituation nicht ausreichend betrachtet.

Schon diese erste Strafe erschien den Angehörigen zu niedrig. Anders als im ersten Verfahren, als Giancarlo F., die deutlich höhere Haftstrafe akzeptierte, legte auch er diesmal Rechtsmittel ein. Die Staatsanwaltschaft hatte darauf offenbar verzichtet. Jetzt muss sich der BGH erneut mit dem Fall befassen. Heben die Richter in Leipzig das Urteil ein weiteres Mal auf, wird das Verfahren an einem anderen Landgericht in Sachsen neu aufgerollt. Bis dahin bleibt der Angeklagte in Haft. Der Haftbefehl, der unmittelbar nach seiner Verhaftung ausgestellt wurde bleibt in Kraft. F. Dörfelt