Top, die Spitzen-Wette gilt

60 in Plauener Spitze gekleidete Vogtländer will Katrin Klaubert-Heß am Sonntag auf den Plauener Altmarkt bringen und wettet mit dem Spitzenfestverein, das das zum 60. Spitzenfest gelingt.

Von Marjon Thümmel

Plauen - Die Idee zur Spitzen-Wette hatte die Plauenerin, die bis zur Wende als Textilingenieurin in der Plauener Gardine arbeitete, bereits vor zwei Jahren. Dass aufgeschoben nicht gleich aufgehoben ist, zeigt sich nun zum 60. Spitzenfest. Denn am Sonntag soll die Stadtwette beweisen, ob Vogtländer ihre oder Omas alte Spitzenbluse oder gar das eigene Brautkleid hervorkramen, aufhübschen und zunächst beim Festumzug und später auf der Bühne auf dem Altmarkt tragen. Denn da geht es richtig um die Wurst. Der Spitzenfestverein setzt dagegen und verspricht, sollte er die Wette verlieren, stelle sich der Vereinsvorstand eine Stunde in einen Schankwagen auf dem Altmarkt, mixt und verkauft den Spitzen-Cocktail "Erd-Bierinha". Der Erlös soll für einen guten Zweck gespendet werden.
 Dass das Interesse an der Spitzen-Wette groß ist, beweisen die vielen Anfragen im Spitzenmuseum, ob das gute Stück aus dem Kleiderschrank wirklich aus Plauener Spitze ist. "Typisch ist das Zwei-Faden-System, zu sehen ist ein Faden oben und einer unten. Wirkliche Plauener Spitze ist keine Raschelspitze, ist nicht gewirkt, gewebt oder geklöppelt, sondern gestickt", erklärt Jürgen Fritzlar, der vielen vom Spitzenmuseum bekannt ist und im Vorstand des Spitzenfestvereins mitarbeitet. Und auch mit dem Spitzenfest ist er eng verbandelt: "1979, als ich in der Plauener Spitze angefangen habe, wurde ich gleich mit der Vorbereitung des 20. Plauener Spitzenfestes zum 30. Jahrestag der DDR betraut. Damals war es ein sozialistisches Volksfest, um die Leistungen der Werktätigen zu würdigen. Mit dem 60. Jubiläum hat das Spitzenfest genau 30 Jahre in der DDR und 30 Jahre in der BRD erlebt", erzählt er und auch, dass das letzte Spitzenfest in der DDR am 30. Juni 1990 endete, einen Tag später gab es die D-Mark. Bei der Wette kann jeder, der Kleidung aus Plauener Spitze trägt. "Es kann alles sein, vom Brautkleid bis zur Spitzenbluse oder bis hin zum Dessous. Bei letzterem ist ein Blazer oder etwas anderes darüber Pflicht", sagt Fritzlar, der auch in der Jury sitzt. 
Wenn sich die in Plauener Spitze gewandeten Teilnehmer am Sonntag, 13 Uhr, auf dem Parkplatz vor der Martin-Luther-Straße 50 (früher Vogtland-Anzeiger) getroffen haben, gebe es eine Vorkontrolle, ob ihre Kleidung markenecht ist. Und dann geht es für sie im Festumzug hin zum Altmarkt. "Gezählt wird nach dem Umzug auf der Bühne", sagt Fritzlar und meint damit, dass die Teilnehmer sich am 23. Juni besser nichts anderes als Spitzenfest vornehmen sollen. 
Gegen 16.45 Uhr wird dann auf dem Altmarkt verkündet, wer die Stadtwette zum 60. Spitzenfest gewonnen hat.