Töpferei-Spuren nahe der Neundorfer Straße

 

Zum Tag des offenen Archivs hielt am Samstag der Plauener Hobbygeschichtsforscher im Plauener Stadtarchiv einen Vortrag zum Thema "Plauen unter Tage". Der 62-jährige Plauener ist seit 14 Jahren im Vorstand des Vogtländischen Bergknappenvereins tätig und seitjeher leidenschaftlich am Aufspüren der Geheimnisse der geschichtlichen Vergangenheit der Vogtlandmetropole interessiert, an Fundstücken und an den Geheimnissen unter Tage.

 

"Ich habe schon als kleiner Junge eine eigene Mineraliensammlung gehabt", gestand Müller einem Publikum. Zu seinem Vortrag blieb kein Stuhl im Stadtarchiv frei und Müller bot tatsächlich Erstaunliches an. Mit Freude verwies der Historiker auf die drei bestehenden "Adressen" der Historie Plauens unter Tage: Allaunbergwerk, Luftschutzmuseum und neuerdings der Zollkeller an der Neundorfer Straße.

 

"Im Laufe meiner Forschungen gerade bei der Erneuerung der Straße wurde der Keller entdeckt und dabei wurde ich auch fündig - zahlreiche Scherben und eine Besonderheit kamen zum Vorschein: ein komisches Ding", sagte Müller. Das "komische Ding" erwies sich als so genannter Brennhof, eine Vorrichtung, auf die Topfwaren zum Glasieren gestellt wurden. Im Archiv forstete Müller nach und siehe da: Das Fundstück muss aus der Zeit um 1789 stammen. Der Ort befand sich am Neundorfer Tor der Stadtmauer und erwies sich als eine Töpferei.

 

"Ich denke, das ist eine kleine Sensation", so der Hobbyhistoriker. Man könne immer wieder Neues entdecken. Gerade ist der Verein am Erforschen der möglichen Verbindung zwischen Dobenaufelsen und Innenstadt. Auf dem Felsen stand einst eine Burg und man vermutet, dass es eventuell einen Tunnel in die Stadt gegeben haben könnte.     fb