Timo Hartwig ist für 2000 Hektar Wald zuständig

Brotenfeld -  Ein Langschläfer ist Timo Hartwig nicht. 5.30 Uhr ist der Brotenfelder Revierförster auf den Beinen. Denn der Arbeitstag beginnt früh - besonders bei dieser Witterung.

 

"Ab 8 Uhr könnt ihr rein", sagt Timo Hartwig den Lkw-Fahrern, die das begehrte Holz aus dem Brotenfelder Revier abholen. Bis dahin muss die Strecke befahrbar gemacht werden, damit die Brummis zum Holzablageplatz durchkommen. Eine enorme Herausforderung, denkt man an die Straßenverhältnisse in den vergangenen Tagen. Rund 100 Bäume werden pro Tag und Fahrzeug transportiert.

Timo Hartwig und seine vier Mitarbeiter sind für rund 2000 Hektar Fläche zwischen Posseck und der Werdaer Talsperre verantwortlich. Momentan wird "starkes Holz" für die Sägewerke gemacht - die klassische Arbeit in den Wintermonaten, weiß der Fachmann. Trotz des vielen Schnees und der mitunter eiskalten Temperaturen ist an Winterruhe für die Waldarbeiter im Revier noch nicht zudenken. Ein Grund dafür ist auch der lange Winter im vergangenen Jahr. Da dauerte die arbeitsfreie Zeit für die Forstwirte länger als erwartet - und diese zwei Monate fehlen jetzt. Erfreulich für Hartwig und seine Kollegen: "Die Holzpreise waren seit Jahren noch nie so gut wie jetzt." Der Export boomt. Hauptabnehmer der Brotenfelder Bäume sind Sägewerke aus Thüringen, die die Fertigschnittware (Holz und Bretter) unter anderem nach Nordamerika verschicken. Im heimischen Supermarkt ist das Holz aus dem Brotenfelder Revier nicht zu finden.

Und wo und wie viel im kommenden Jahr gefällt wird, steht bereits jetzt fest. Die entsprechenden Kartierungen sind vollendet, die Ausschreibungen auf dem Weg gebracht. Auch das gehört zu den Aufgaben von Timo Hartwig - diesmal nicht im Wald, sondern am Schreibtisch.

So richtig glücklich über das strenge Winterwetter ist Hartwig nicht. "Das ist das erste Mal seit Jahren, dass es so früh geschneit hat", so Hartwig. Der Boden ist aber noch nicht durchgefroren, das hätte die Arbeit mit den schweren Maschinen erleichtert. Auch plötzliches Tauwetter wäre nicht nach dem Geschmack des Revierförsters, denn dann werde der Schnee auf den Bäumen nass: Es droht massive Bruchgefahr.

Auch Weihnachtsbäume in Form von Blaufichten - diese seien in der Pflege unkompliziert - werden im Brotenfelder Revier angebaut. Rund 2000 wachsen hier - die meisten bei Pabstleithen. Zwischen 50 und 100 werden jedes Jahr verkauft. Zwölf Euro kostet heuer das Stück. Bedingung: Selbst Sägen ist nach vorheriger Absprache mit Timo Hartwig angesagt. Im Hause Hartwig steht zu Weihnachten übrigens eine Nordmann-Tanne aus dem Vogtland. Ein echter Weihnachtsbaum gehört einfach zum Fest dazu - davon ist Revierförster Hartwig nicht nur von Berufswegen überzeugt.  M. W.